Heft 
(1904) 13
Seite
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14. (4. ordentliche) Versammlung des XIII. Vereinsjahres.

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Rutots zutreffender Bemerkung die Völker der Reutel- und Reutel-Meswin- Kultur zur Däininerungszeit des Menschen zu denken hat.

Die Seris lesen am Ufer irgend einen passenden Stein zum Hauen und Klopfen auf und lassen ihn fallen, sobald er seinem Zweck gedient hat. Ja sie sind in der Tat noch schlimmer dran als unsere Dämmerungs­menschen z. B. von Rixdorf und Neu-Britz aus der Zeit des Elephas an- tiquus, weil diesen beim Klopfen mit Feuerstein von selbst messerartige Absplisse in die Hände fielen, was, wie Rutot ebenfalls richtig hervor­hebt, bei dem ungleichartigen, vor allem mehr grobkörnigen Gefüge der Serpentine, Granite, Andesite pp., welche den Seris allein zur Verfügung stehen, nicht der Fall ist. So hat das Material, der Silex, ich möchte sagen als Erzieher der Menschheit gewirkt.

Ein weiterer Artikel S. 0 flg. zeigt uns, wie palaeolithische Werk­zeuge gelegentlich in der neolithischeu Zeit umgearbeitet und benutzt worden sind. Ich habe ein Beispiel hierfür, das ich in der Stübnitz auf Rügen in einer neolithischen Wolmstelle gefunden, in unserer Festschrift 11. Tafel VII Fig. 1 abgebildet; man unterscheidet 3 Perioden der Be­nutzung an diesem Stück, bei a b eolithische (altdiluviale) Zerarbeitung, dann ward es umgedreht und bei c d zu einem palaeolithischen löffel­förmigen Schaber umgearbeitet, endlich in neolithischer Zeit nochmals bearbeitet (S. 44).

Endlich S. 12 flg. Note über einen kleinen neolithischen Glättstein aus braunem klarem Silex.

g. Vorläufige Mitteilung bezüglich der Mousterien-Spitze und der Bearbeitung des Silex. Ueber einen neolithischen Gewichtstein. Neun Entdeckungen zu Soignies (Knochen und Stoüzahn von Mammut, Acbeu- leen-Schicht). Vorläufige Note über die palaeolithischen Silex des Niltals (gemeint sind die schon in unserer Festschrift II von mir erwähnten Funde des Prof. Dr. Georg Schweinfurth, von denen ich wiederholt Proben in der Brandenb. vorgelegt. (Bull. Soc. dAnthrop. XNI. Brüssel 1904.)

h. Das erste palaeolithische Werkzeug in den Umgebungen von Brüssel in ursprünglicher Lagerung gefunden. Neue Beobachtungen in der maritimen Ebene Belgiens. Ergänzungen zu den Mitteilungen über Ostende und Umgegend, vgl. Nr. XHI b. Funde im Torf der modernen Epoche zu Brüssel, darin n. a. 3 bearbeitete neolithische Silex, Eos primigenius u. a. (Bull. Soc. dAnthrop. XXII. Brüssel 1904).

i. Die Entdeckungen von Krapina in Kroatien. (Vgl. meine Mit­teilungen Festschrift II. S. 23.) Funde von Rhinoceros tichorhinus (Begleiter des Mammut und nicht von Rh. merkii, Begleiter des Elephas antiquus). Verschiedene menschliche Reste, namentlich von Schädeln. Rutot definiert hier m. E. ganz richtig: Krapina ist eingisement eburneen, vom Montaigle-Typus, d. h. oberes Quaternär. Die Schädel ähneln der Neandertal-Rasse, welche ebenfalls in dasäge eburneen