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Bericht über die 6. (4.ausserord.) Versammlung des
3. Vereinsjahres
Wanderfahrt nach Chorin
am 2. September 1894.
Mit dem Sonderzuge um 8 Uhr 40 Min. trat die Gesellschaft, unter lebhafter Beteiligung, mit dem II. Vorsitzenden, Stadtrat Friedel, die Wanderfahrt nach dem ehemaligen Cistercienserkloster an. Vom Choriner Bahnhof aus wurde, teils zu Wagen, teils zu Fuss, die Strecke auf der waldbesäumten Angermünder Chaussee bis zur „alten Klosterschänke“ zurückgelegt, und dort am Ufer des Sees das Frühstück eingenommen. Sodann begab die Gesellschaft sich nach der vor einigen Jahren renovierten Marienkirche, in deren poligon geschlossenem hohen Chor der 1. Schriftführer Ferdinand Meyer den einleitenden Vortrag hielt.
Jahrhunderte sind wie „verschwindende Schatten“ an den hohen ehrwürdigen Kirchenmauern vorbei gezogen, die noch jetzt mit ihrer landschaftlichen Umgebung zu uns reden von dem Grossen und Schönen, was der denkende Menschengeist und die thätige Hand unter den widrigsten Umständen in unseren damals erst aufsteigenden Marken zu schaffen und wirken vermochte im Vertrauen auf den göttlichen Beistand.
Als die Cisterciensermönche den friedlichen Kreuz- und Eroberungszug auch in unsere Gegenden eröffneten und jedes ihrer neuen Klöster eine Etappe der friedlichen Eroberung wurde, erkannten die Askanier in Brandenburg gar wohl den Wert des Ordens; sie breiteten ihn aus, beschenkten ihn mit Ländereien und wussten so die Kraft desselben sich dienstbar zu machen.
Freie Entwickelung der kirchlichen Kräfte, deutsche Einwanderung, Klöster- und Städtegründungen, sowie Kultivierung des Ackerbaues und Handwerks, das waren die weisen Mittel, durch welche die Cisterciensermönche — freilich oft unter schweren Kämpfen und langer Arbeit —
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