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6. (3. ordentliche) Versammlung des IX. Vereinsjalires.
wandte man eine besondere Aufmerksamkeit zu. „Neben den sämtlichen Werken unserer vornehmstenSchriftsteller und Schriftstellerinnen prangen“ — so heisst es in der betreffenden Festschrift — „in nicht geringer Zahl die Namen sehr bestrittener Autoren; aber mit Ebers, Samarow, Hackländer, Winterfeldt und der Marlitt haben wir Zugeständnisse an den vulgären Geschmack gemacht, um treue Schaaren von Lesern und Leserinnen nicht zu verlieren, die sonst zur gröberen Kost der Leihbibliotheken geflüchtet wären“. Der Erfolg ist denn auch nicht ausgeblieben. Aus einem Bücherbestände von-114897 Bänden, den unsere Bibliotheken am 1. April 1900 aufwiesen, und aus einer Ansleihziffer von 0(91078Bänden ergiebt sich, dass jeder Band iin Durchschnittt mehr als sechs Mal entliehen worden ist. In der am stärksten benutzten Volksbibliothek (Ravenö- strasse) wird jeder Band durchschnittlich achtzehn Mal entliehen. Sehr interessant sind die statistischen Einblicke in den Beruf der Leser. So waren von 20 078 Inhabern von Leihkarten 28 Proz. Handwerker. Im Jahre 1890 betrug der Ausgabe-Etat für die Volksbibliotheken insgesamt 20 500 Mk. 1899: 42 135 Mk. im Ordinarium und 22 400Mk. im Extra- ordinarium; 1900 beträgt er 02 213 Mk. im Ordinarium und 42 550 Mk. im Extraordinarium.
VI. „Bericht über die Gemeinde-Verwaltung der Stadt Berlin in den Jahren 1889 bis 1895.“ III. Teil, Berlin 1900. Von diesem, meinerseits redigierten grossen Werke, überreiche ich den 3. und letzten Teil (309 Seiten), welcher die Armenverwaltung und Wolil- thätigkeits-, sowie Gesundheitspflege, daneben ausserdem aber noch umfasst das Bestattungswesen, die Kunstverwaltung, das Märkische Provinzial-Museum, die städtischen Bibliotheken, das Archiv, das Vermessungsamt und das Statistische Amt der Stadt. Auch dieser Schlussteil ist mit Bildern und Plänen vielfach ausgestattet.
Sehr zu wünschen ist, dass der Magistrat mit der nächsten Publikation gleicher Art nicht etwa zehn Jahr wartet, sondern bereits mit fünf Jahren sich begnügt. Das wäre der Abschluss des 19. Jahrhunderts und derselbe muss im geschichtlichen wie statistischen Interesse unbedingt für sich zur Darstellung gebracht werden. Obwohl das eigentlich selbstverständlich erscheint, will ich doch nicht verfehlen, da sich zufällig gerade hier an interessierter Stelle der Pflege der Heimatkunde die Gelegenheit darbietet, diesen Wunsch hiermit vor der Öffentlichkeit auszusprechen.
VII. Dennewitz-Feier. Unser Mitglied, Herr Pfarrer Zimmermann in Nieder-Görsdorf, der unermüdliche Förderer der Erhaltung von Erinnerungen an die Schlacht von Dennewitz am 0. September 1813, teilt uns die Einzelheiten über das Fest mit, welches zur Feier der Übergabe einer von dem Grafen Curt Bülow von Dennewitz gestifteten, im Dennewitz-Museum zn verwahrenden Fahne am 5. und 0. d. Mts. stattfand. Wegen der Ferien konnte diesseits leider keine Teilnahme