0. (3. ordentliche) Versammlung des IX. Vereinsjahres.
257
«nid voll befriedigt gewesen, dass diese für Deutschland eigentlich erst neuerfundene Kunsttechnik der Ilixdorfer Fabrik auf der damaligen internationalen Weltausstellung zu Paris, wo sie in der deutschen Kunstabteilung bestens vertreten war, volle Anerkennung und Bewunderung gefunden hat. Die gedachten Ergänzungsblätter liegen heut aus.
XIII. Die hiesige Packetfalirt-Aktiengesellschaft, welche ihre Briefbeförderung in Folge der Novelle zum Reichspostgesetz leider vom 1. Januar 1900 ab einstellen musste, hat die grosse Güte gehabt, dem Märkischen Museum ein Album zu schenken, welches eine Sammlung der bei der Gesellschaft im Umlauf befindlichen Postwertzeichen im weitesten Umfange (Postmarken, Postkarten, Kartenbriefe, Streifbänder, Postanweisungen etc. etc.) enthält und hiermit zur Ansicht ausgelegt wird. Wenn uns allen nicht die unermüdliche Thätigkeit der Gesellschaft auf postalischem Gebiet sattsam bekannt und noch voll in der Erinnerung wäre, so würde uns diese überaus mannigfache Ausbildung der postalischen Verkehrszeichen an und für sich schon von der segensreichen Wirksamkeit der verflossenen Privatpost überzeugen müssen. Die Postaustalt der Berliner Packetfahrtgesellschaft ist von der Reichspost keineswegs übertroffen worden, hat vielmehr auf sie befruchtend eingewirkt, auch dem Publikum Verkehrserleichterungen geboten, zu denen ein fiskalisches Institut sich niemals verstehen wird. Ich erinnere nur an die zahlreichen Drucksachen, welche das Institut je nach Wunsch und Geschmack des Publikums anfertigte und gleich mit Postwertzeichen auf den Markt brachte. Nur den billigen Tarifsätzen unserer Berliner und der übrigen deutschen Privat-Posten ist die seit 1. Januar d. J. eingetretene Portoverbilligung zu verdanken. Aus eigenem Antriebe würde die Reichsfinanzverwaltung sich dazu nimmermehr verstanden haben. Wenn die Privatpost schliesslich durch ein Reichsgesetz untergegangen ist, so kann sie mit Fug und Recht sagen, dass sie auf dem Felde der Ehre und zum allergrössten Bedauern vieler Millionen von Deutschen der Übermacht erlag. *
XIV. M. Wald, Leh rer in Gross-Beeren: „Heimatkunde des Kreises Teltow und der Städte Charlottenburg, Schöneberg und llixdorf.“ Mit einer Karte der Provinz Brandenburg. Berlin 1900, im Verlag unseres Mitgliedes Herrn Pastor ein. Zillessen. Zur raschen Orientierung dienend und mit 38 Seiten für 50 Pfennig sehr billig. Leider bringt aber auch diese 2. Auflage eine ganze Anzahl von bösen Irrtümern. So hält Verfasser immer noch die Urnenlager für die Begräbnisplätze der Wenden (S. 9), obwohl dies unzählige Male widerlegt ist.
Die Statistik ist nur selten, wenigstens bis 1895 fortgeführt, meist schliesst Wald mit 1850 (vgl. Zossen S. 19, Mittenwalde S. 20). Heimatkunde zu schreiben, ist viel schwieriger, als manche der Herren Lehrer