Heft 
(1900) 9
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10. (4. ordentliche) Versammlung des IX. Vereinsjahres.

Cardinal; Roter Calvill, auch roter Stettiner genannt; Goldzeugapfel (Hochstamm); Goldreinette von Bienheim; Z weden-Apfel; Weisser Winter- Apfel; Grauer Ilerbstapfel; London Pepping. Unter den Birnen er­wähnen wir: König Karl von Württemberg (Spalier), 1'/, Pfund schwer, man sieht sie auch in einem Schaufenster unter den Linden, sie sind aber wenig schmackhaft; Späte von Toulouse, bis l'l, Pfund, Hochstamm, sehr tragbar; Clairgeaus Butterbirne; Birne von Tongres; Schwester- Birne; Pastoren-Birne; Minister Lucius; Böses Flaschenbirne.

Aus Äpfeln kann man auf folgende Weise Gelee bereiten: Die rohen Äpfel werden gewaschen, dann geschält, das Herz heraus­geschnitten und in einem Emaille-Topf gekocht. Der Brei wird durch Mull gekeltert und nun mit Zucker gesüsst und zwar auf 1 Pfund Äpfel 1 Pfund Zucker. Wenn der Brei sämig vom Löffel fliesst, wird er in Gläser gefüllt und dort luftdicht abgeschlossen.

Neben den Äpfeln und Birnen waren auch Tomaten ausgestellt. Diese wurden früher nur in Frankreich und Italien gezogen. Sie liefern einen sehr gesunden Salat, der zu jedem Braten passt. Die grünen To­maten können mit Zucker zubereitet werden und liefern ein Compot, das dem der Stachelbeeren gleicht.

Zu den formenreichsten Früchten gehören die der Zierkürbisse. Es waren 50 verschiedene ausgestellt. Unter ihnen: Türkenbund, Regen­schirm, Mimose, Syplion, Apfelsinen, Auguren, Pommeranzen.

Die ausgestellten Sommerblumenköpfe (Helianthus annuus Bismarckianus) haben einen Durchmesser von 47 cm und einen Umfang von l'/a m; sie enthalten 4000 Körner. Diese dienen als Futter für Gänse, Enten, Hühner, Papageien u. s. w. Das Mark der Stengel ist mit Erfolg bei der Herstellung von Schwimmgürteln verwertet worden, da es siebenmal leichter als Kork ist. Die Körner enthalten ein Öl, das als Speiseöl sich verwerten lässt.

j Endlich waren noch Obstzweige ausgestellt, welche von der Blut­laus befallen waren, und Zweigstiickchen mit den Eiern der Ringel­raupe. Als Mittel zur Bekämpfung beider Schädlinge empfiehlt sich Abwaschen mit Bordelair-Brühe oder mit einem Gemisch von Petroleum- Seifwasser. Die beste Hülfe gewähren aber einige Vögel: die Schwarz­drossel, Finken, Meisen und Sperlinge.

E. Hierauf hielt unser Ehrenmitglied Herr Ferdinand Meyei

einen durch bildliche Darstellungen erläuterten Yortrag:

*

Im altberlinischenTriangel und seiner Umgebung.

Zu jenen alten Stätten und Häusern, an welche Erinnerungen aus einer denkwürdigen Vergangenheit sich knüpfen, gehören auch diejenigen des von Friedrich Nicolai (1780) so bezeiclmetenTriangels und seiner Umgebung auf dem Friedrichswerder.