Heft 
(1900) 9
Seite
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E. Zimmermann, Pfarrer.

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werde. Vom alten Lager bis «ach Jüterbog ist sie seit Jahren so vom Militär eingenommen, dass für Privatfuhrwerk kaum Kaum ist. Ihr Lauf weist von Tiefenbrunn, Malterhausen auf Niedergörsdorf und von da zur Stadt Jüterbog.

Telephon und Postagentur.

Der Bankhalter Apponius hatte sich durch die Post Telephon von Malterhausen, seinem (Jute, nach seinem Bureau in Jüterbog an- legen lassen und ging die Leitung hier dicht am Dorf vorüber. Als er 1890 starb und seine Witwe das Gut veräusserte, sollte die Leitung ab­gerissen werden. Der Ortspfarrer setzte sich nunmehr mit dem Post­amt in Verbindung und erhielt die Antwort, dass bei einer Zahlung von 400 Mk. von den Interessenten die Leitung bestehen bleiben und Nieder­görsdorf mit einer Station angeschlossen werden könnte. Für die Zahlung von 300 Mk. wurde der neue Besitzer von Malterhausen leicht gewonnen; denn er erkannte sofort die Wichtigkeit der Einrichtung für sein Gut. Der Pfarrer unterschrieb nunmehr den Revers in dem guten Glauben, dass die hiesigen Gemeinden gern bereit sein würden, die 100 Mk. zu geben; aber einige llüfner waren dagegen und die Sache kam endlich dahin zu stände, dass die Gemeinde

Niedergörsdorf 40 Mk.,

Wölmsdorf 20 ,

der Pfarrer 25 ,

Krüger Kühnast 15 gaben.

An einen Beitrag von Dennewitz und Gölsdorf war nicht gedacht worden, sie haben die Verguust einer billigen Bestellung umsonst erhalten.

Merkwürdig war, dass der Hüfner, welcher am meisten widerstrebt hatte, den Telephon zuerst gebrauchen musste.

Schon der Postdirektor hat dem Pfarrer eine Post-Agentur zuge­sagt, wenn der Weg von Jüterbog hierher passierbar wäre. Als nun die Eisenbahnhaltestelle eingerichtet wurde, erinnerte der Pfarrer an die Ausführung des alten Versprechens und mit gutem Erfolg. Es wurden nun zwar in den andern Dörfern, deneu sich Wölmsdorf anschloss, Stimmen laut, welche Post und Telephon nach dem einsamen Bahnhof verlegt wissen wollten, aber die Postbehörde richtete in guter Überlegung die Postagentur hier ein, wo sie uns zur grossen Bequemlichkeit vom Krüger (Gastwirt) verwaltet wird. Beide Einrichtungen stellen sich immer mehr als eine zeitgemässe Verbesserung der Postbestellung heraus.

Kulturzustand.

Zur Beurtheilung des derzeitigen Kulturzustandes mag das Resultat der letzten Volkszählung folgen. Im Jahre 1829 waren hier 21 Rauch- fäuge mit 107 Einwohnern.