Heft 
(1902) 11
Seite
291
Einzelbild herunterladen

8. (3. ordentliche) Versammlung des XI. Vereinsjahres. 291

los zur Verfügung gestellt. Auf Wunsch der Familien sollen ferner dem neuen Bande Familienbildnisse in Lichtdruck beigefügt werden; wegen deren Herstellungskosten bitten wir sich mit uns in Verbindung zu setzen.

Was die Gegenleistung betrifft, die wir von den Familien fordern müssen, so würde dieselbe lediglich in der Abnahme von 5 Büchern*) zu je 6 M. desjenigen Bandes bestehen, in welchem die betr. Familie Aufnahme findet. Dafür stellen wir jeder Familie 6 Druckseiten desHandbuches kostenlos zur Verfügung. Für jede weiter in Anspruch genommene Seite berechnen wir 3 M. mit der Massgabe, dass für je 6 M. noch ein Buch des betreffenden Bandes oder der bereits erschienenen Bände geliefert wird.

Die Aufnahme von Nachträgen erfolgt bei Inanspruchnahme von 12 Druckseiten gegen Entnahme eines Buches des betreffenden Bandes. Für jede weitere Druckseite werden 3 Mark berechnet, bezw. für je zwei weitere Druckseiten ein ferneres Buch geliefert.

Durchdrungen von der Nützlichkeit und Wichtigkeit genealogischer Forschungen für die Zwecke der Heimatkunde, habe ich mir erlaubt die vorstehenden Angaben aus dem Prospekte des Unternehmers hier mitzuteilen.

Ausserdem reproduziere ich das Vorwort zum IX. Bande, weil es die Bedeutung und den Wert des von unserm Mitglied Herrn Dr. iur. B. Koerner mit Hingebung und Opferwilligkeit ins Leben gerufenen, bereits bis zum X. Bande gediehenen genealogischen Handbuchs bürger­licher Familien ins rechte Licht stellt.

In letzter Zeit wurde häufig in der Presse das Aufkommen einer neuen Aristokratie zum Gegenstände der Erörterung gemacht. Neben den Landadel wurde als Nebenbuhler die Ilochfinaz gestellt, die sich nachVer­armung des Geburtsadels durch ihren erdrückenden Reichtum die einfluss­reichsten Staatsämter und Steilungen erobern werde.Die eigentlich starken Zeiten der Bourgeoisie so hiess eszögen erst herauf; eine Zeit der Plutokratie stehe bevor.

Wie alle Zukunftsschilderungen so leidet auch diese an dem Mangel, dass sie aus der Fülle von möglichen Gestaltungen nur eine einzige ins Auge fasst. Wir unseres Teiles möchten mit dieserBourgeoisie, die nur auf das Geld gleichgiltig wie es erworben ihre Macht stützen würde, nichts zu thun haben. Wir fürchten aber ihr Kommen auch vorläufig nicht, denn nach unserer Ansicht sind zur Zeit in Deutschland noch zu gesunde Kräfte vorhanden, die sich gegen einen an amerikanische Verhältnisse erinnernden Geldstaat wehren würden. Jedenfalls würde durch ihn das, was bisher als deutsches Bürgerthum, als deutsche Art und Sitte galt, verschwinden.

Emporkömmlinge, Unternehmer und deren Berufsgenossen werden einen Geburtsstand, eineneue Aristokratie nie hervorbringen können. Mit der

*) Exemplare in Prachteinband (ganz Leder und Goldschnitt) sind für 10 M von uns zu beziehen.

20 *