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5. (2. ordentliche) Versammlung des XII. Vereinsjahres.
B. Naturgeschichtliches.
III. Ich lege den Offiziellen Katalog zur Jubiläums-Aus- stellung des Fischerei-Vereins für die Provinz Brandenburg, die vom 17. Mai bis 7. Juni währt und in der Westhalle des Landesausstellungsparks am Lehrter Bahnhof untergebracht ist, vor und fordere recht dringend auf, diese ebenso reichhaltige wie schön geordnete Schaustellung zu besuchen, welche ja, wie nahe liegt, auch vielerlei Beziehungen zur Heimatkunde unserer Provinz aufweist.
Ich selbst habe zwei Beiträge für den Katalog geliefert.
a) Verzeichnis der Fischarten in der Provinz Brandenburg mit einzelnen biologischen Zusätzen. Es ist im wesentlichen die Arbeit, die ich vor Jahren für die Zwecke des Märkischen Provinzial- Museums geschrieben. Die Gattungs- und Speziesnamen sind mit den jetzt geltenden internationalen Nomenklaturregeln in Übereinstimmung gebracht. S. 5 bis 12.
b) Die nachfolgende Einführung zur Abteilung NIII, Geschichte und Vorgeschichte.
Nur durch das Wasser ist, landes- und heimatkundlich betrachtet die Mark und Provinz Brandenburg, was sie ist, geworden. Brandenburg ist das Norddeutsche Zweistromland. Nirgends findet sich eine so glückliche Ergänzung zweier Stromgebiete in einem Landesteil: westlich das Elbland mit der Nordsee, östlich das Oderland mit der Ostfeee; beide durch Havel und Spree einander seit der Urzeit genähert. Die Quellengebiete beider Hauptströme liegen im Gebirge. Vom Fels zum Meer geht die Entwicklung der Elbe und Oder und ihr folgt die Kulturentwicklung; mindestens ebensoviel aber, wenn nicht mehr, hat Norddeutschland in umgekehrter Richtung vom Meer zum Fels an Verkehr und Volksleben gewonnen. Denn an den Rändern der östlichen Nordsee und an den skandinavischen und den nordwestdeutschen Ostseeküsten liegt die Entwicklung des Germanentums, und von hier aus ist es nach Osten und Südosten, von der Bronzezeit ab, vorgedrungen.
Noch jetzt ist^unsere Provinz eine der wasserreichsten; nehmen wir uns gar die Mühe, das ehemals überschwemmte oder ständig mit Wasser bedeckte Wiesen- und Moorgelände auf einer Spezialkarte ebenfalls mit Blau als Wasser anzulegen, so ersehen wir mit Erstaunen, dass von unsererplark und von der Lausitz mancher Geländeabschnitt bis zu'^dreiviertel Wasser, selbstredend also gleichzeitig auch Fisch- wasser war.
Daher der'einstmalige. überschwängliche Fischreichtum, von welchem die Chroniken erzählen, daher die bekannte Devise Berlins „vom Fischerdorf zur Weltstadt“, die auch auf viele andere Plätze unserer