Heft 
(1903) 12
Seite
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13. (5. ordentliche) Versammlung des XII. Vereinsjabres.

Ich schliesse für heut etwas skeptisch mit den Worten des alten Andreas Gryphius von 1698:

Ein Irrlicht ists, was euch, o Sterbliche! verführet!

Ein töricht Rasen, das den Sinn berühret.

"VIII. G. Pinkenburg, Stadtbauinspektor in Berlin: Der

Lärm in den Städten und seine Verhinderung. Mit 11 Abbild. Besonderer Abdruck aus dem Handbuch der Hygiene, herausg. von Dr. Theodor Weyl, Jena 1903.

U. M. gliedert den interessanten Stoff in mehrere Kapitel: Das Pflaster als Ursache des Strassenlärms. Fuhrwerke, Zugtiere, Strassen- bahnwagen u. s. w. als Ursache des Lärms. Hochbahnen als Ursache von Strassenlärm. Der Mensch als Ursache des Strassenlärms.

Der Verfasser des sehr sorgfältigen auf naturwissenschaftlichen Beobachtungen gegründeten Aufsatzes schliesst diesen interessanten Beitrag zur grossstädtischen Heimatkunde mit den wenig tröstlichen Worten:So lästig der Strassenlärm einerseits werden kann, so gering sind andererseits die Mittel, seiner Herr zu werden. Der Wunsch, sich den unangenehmen Einflüssen der Geräusche nicht nur der Strasse, sondern auch der von den Mitbewohnern erzeugten (Musik, Kinderlärm u. s. w.) zu entziehen, hat zu der Erfindung von verschiedenen Geräten geführt, mit denen man sich die Ohren schliesst, um die Wirkung der Schallwellen auf das Trompielfell mehr oder weniger zu dämpfen.

Verf. beschreibt nun das vom Hauptmann a. D. Plessner erfundene Antiphon, käuflich beim Optiker A. Schiller, Berlin, Luisen­strasse 31a. Das mag für das Zimmer angehen; auf der offenen Strasse möchte man niemand, wegen dringender persönlicher Gefährdung, den Gebrauch von dgl. schalldämpfenden Vorrichtungen anempfehlen. Es giebt eben nur einen Rat: härtet eure Nerven gegen den Grossstadtlärm bei Zeiten ab.

IX. Da die Statistik zu den Erfahrungswissenschaften zählt, so lege unter Abschnitt C ich das Statistische Jahrbuch der Stadt Berlin vor, 27. Jahrgang, enthaltend die Statistik der Jahre 1900 bis 1902, zum Teil auch 1903.

Der ausserordentlich reichhaltige Band von 703 Seiten erschien gleichzeitig als eine Gabe zur Versammlung des Internationalen Statistischen Instituts, und hatte ich die Ehre, das Buch Namens des Magistrats der Stadt Berlin bei der Versammlung im Rathause am 22. September d. J. als Festschrift zu überreichen.

Aus diesem Anlass und bei der hohen Bedeutung, welche die Statistik für die Heimatkunde hat, sei es mir vergönnt, meine bezügliche Ansprache dem ungefähren Wortlaute nach, wie folgt, wiederzugeben.

Namens des Magistrats der Kgl. Haupt- und Residenzstadt Berlin und im Aufträge des leider behinderten Herrn Oberbürgermeisters heisse