Heft 
(1908) 17
Seite
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Kleine Mitteilungen.

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erwerben soll, als bitte ich Ew. Exzellenz ganz unterthänigst zu geruhen mir diesen Küster- und Organistendienst am hiesigen Invaliden-Haus zu con- feriren. Solcher Gnade mich zuversichtlich getröstend, ersterbe Ew. Exzellenz der Invalide Husar wohllöbl. von Zietenschen Regiment Stuhlmann.

Berlin, den 27. Juli 1782.

Kleine Mitteilungen.

Der dreibeinige Hase in Nieder-Finow, Kreis Ober-Barnim. Mit Nieder-Finow ist es eine eigene Sache. Früher war mal in den Bergen altes Mauerwerk. Jetzt heißt der Ort aber Nieder-Finow von der Finow. Früher hatte es auch drei Märkte, die haben sie aber eingehen lassen; der eine ist dann nach Oderberg, der andere nach Freienwalde und der dritte nach Eberswalde gekommen, deshalb haben diese vier.

Überhaupt gab es in Nieder-Finow mancherlei, was jetzt nicht mehr vorkommt. Eine Frau hatte zum Beispiel einen dreibeinigen Hasen im Keller sitzen, der butterte ihr immer des Nachts. Der Nachtwächter hat es oft gesehen, wenn er zum Kellerfenster hineingeguckt. Der Hase hat sich aber nicht stören lassen, sondern nur gerufen:et kuckt, et kuckt! Der

Frau ging auch nie das Geld aus. Sie hatte aber auch immer einen dicken

Fuß. Als er dünner wurde, da war es auch mit ihr zu Ende. Als sie starb,

da hat ihr Knecht gesehen, wie der Geist als ein feuriger Streifen zum

Schornstein hinausgeflogen und zu ihrer Tochter in das Haus gezogen ist. Das war derDrak oderKobold, wie man ihn auch nennt. Manchmal hat sich übrigens auch der dreibeinige Hase in der Dorfstraße gezeigt. Einst kamen Mädchen aus der Spinnstube, es war so recht heller Mondschein. Da kam der dreibeinige Hase auf sie zugehuppelt, daß sie alle Hals über Kopf ins Haus stürzten. Einer aber hat er noch die Zwickel an den Strümpfen zerrissen. Wie aber jemand mit einer Laterne gekommen, ist er wieder so weggehuppelt, wie er gekommen war.

Wie Schulze Hoppe das Wetter gemacht. Es war einmal ein Schulze, der hieß Hoppe, im Oderbruch soll es gewesen sein, dem konnte es der liebe Gott nie recht machen mit dem Wetter; bald wars ihm zu trocken, bald regnete es zu viel, und da sagte der liebe Gott endlich: ,Im nächsten Jahre sollst du selbst das Wetter machen. So geschah es denn auch, und der Schulze Hoppe ließ nun abwechselnd regnen und die Sonne scheinen, und das Getreide wuchs, daß es nur so eine Freude war, mannshoch. Als es nun aber zur Ernte kam, waren alle Aehren taub, denn Schulze Hoppe hatte den Wind vergessen, und der muß doch wehen, wenn das Getreide sich ordentlich besamen und Frucht tragen soll. Seit der Zeit