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Kleine Mitteilungen.
hat Schulze Hoppe nicht mehr übers Wetter gesprochen und ist damit zu« frieden gewesen, wie es unser Herrgott gemacht hat.
(„Aus der Heimat“, Eberswalde, 1. 11. 1907.)
Ein „Bauopfer“ wurde beim Neubau des Halbbauer Liese'schen Hauses in Kiobbicke gefunden. Als man die Fundamente des alten Schlosses bloßlegte, fand man in einer ummauerten Zelle neben dem Fundament ein frühmittelalterliches Tongefäß, in welchem man Asche und Haare entdeckte. Offenbar hat man beim Bau des Schlosses ein lebendes Tier dort eingc- mauert, wie das im Mittelalter üblich war. Ein solches Opfer sollte nach einem weit verbreiteten Aberglauben dem Gebliude Festigkeit verleihen und seine Bewohner vor Unheil schützen. Damit im Zusammenhänge stehen die Bauopfer, mit denen man den Teufel betrog, wenn er beim Bau geholfen hatte. Statt der versprochenen Menschenseele erhielt er dann einen Hahn oder einen Hund. Gewöhnlich wurde nämlich abgemacht, er solle das erste Wesen, das den neuen Bau betreten würde, als Preis erhalten. Dann trieb man ein Tier hinein und äffte auf diese Weise den „dummen Teufel“. — Die Stelle wurde auf der Pflegschaftsfahrt des M. Prov.-M. am 20. Oktober 1907 besichtigt. Mitgeteilt durch Herrn Red. Rudolf Schmidt-Eberswalde, 1. Nov. 1907. Vgl. die vielfachen ähnlichen Milt, in unserm Monatsblatt.
Heimatmuseum in Dessau. Der Dessauer Gemeinderat bewilligte 3500 Mark zum Ankauf der umfangreichen prähistorischen Sammlung des Herrn Dr. Seelmann-Dessau. Damit ist der Grundstock vorhanden für ein Heimat-Museum, dessen Schöpfung sich ein Komitee, an der Spitze, der Oberbürgermeister Dr. Ebeling, angelegen sein läßt. Da übrigens für genannten Zweck zirka 70 000 M. aus Stiftungsmitteln zur Verfügung stehen und das Interesse der Dessauer Bürgerschaft für ein Museum groß ist, so dürfte die anhaitische Residenz bald ein Heimatmuseum in ihren Mauern bergen. Verschiedene Kunstschätze sind dein Komitee bereits zu Verfügung gestellt worden. (Antiqu. Rundschau 1. 10. 1907.) Wegen der Nachbarschaft unserer Provinz von großem Interesse.
Fragekasten.
„Dreißig Taler“ als havelländische Redensart. „Der hat einen
II.wie ein D reißig-Taler -Pferd!“ Die „30 Taler“ spielten auch
sonst eine Rolle. Die früher sehr üblichen geblümten Umschlagetiicher, welche die Frauen trugen, hießen in meiner Heimat ( Westha velland) um 1870 herum „Dre ißig-T aler-Tücher“.
Sind sprichwÖrtlicheTTedensarten mit den „30 Talern“ noch anderweitig im Brandenburgischen bekannt? Otto Monke.
Für die Redaktion: Dr. Eduard Zache, Cüstriner Platz 9. — Die Einsender
haben den sachlichen Inhalt ihrer Mitteilungen zu vertreten.
Druck von P. Stankiewicz’ Buchdruckerei, Berün, Bernburgerstrasse 14.