Heft 
(1908) 17
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Dienstag den 1. September 1908.

Wanderfahrt nach Borgsdorf und Birkenwerder.

Einer liebenswürdigen Einladung u. M. des Herrn Grafen von Schlieben folgend, trafen auf der Station Borgsdorf bald nach 3 Uhr gegen 100 Mitglieder und Freunde der Brandenburgs ein, um das 1905 gegründete Erholungsheim des Vereins Frauenerwerb zu besichtigen und hinterher eine Pilz-Excursion zu veranstalten. Herr Graf von Schlieben führte seine Gäste unter Vorantritt einer Musikkapelle auf der mit Fahnen (Hie gut Brandenburgs allewege!) geschmückten Straße zum festlich mit Reisig, Laub und Blumen dekorierten Heim und begrüßte sie im Garten desselben mit einer schwungvollen Ansprache, in welcher er zum Schluss mitteilte, daß der Verein von heut an den NamenGerda, Verein für Frauenerwerb führe. In seiner Erwiderungsrede dankte Herr Geh. Regierungsrat Friedei für den überaus herzlichen Empfang und hob dann hervor, daß der durch den Herrn Grafen im Jahre 1899 gegründete Verein Frauenerwerb zu den wenigen seiner Art gehöre, die weder vom Staat, noch von der Stadt Berlin, die etwa 150 Vereinen Beihilfe ge­währe, Unterstützungen fordere. Dieser Verein stehe auf eigenen Füßen, und das berechtige zu der Hoffnung, daß er Lebenskraft besitze. Die Brandenburgia wünsche daher dem befreundeten Verein fröhliches Gedeihen.

Sodann hielt Herr Rektor Schmidt aus Berlin einen Vortrag über die Ziele und Aufgaben des Vereins Frauenerwerb. Ausgehend von der ebenso gesunden wie landschaftlich reizvollen Lage des Heims, betonte der Redner, daß mit der Eröffnung desselben ein lang gehegter Wunsch des Vereins in Erfüllung gegangen sei. Die immer schwieriger sich gestaltenden Erwerbsverhältnisse, der stetig sich steigernde Kampf um die Existenz zwingen heut jeden, die körperlichen und geistigen Kräfte in höherem Maße anzustrengen, als es sich auf die Dauer mit der Rück-

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