Heft 
(1908) 17
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9. (7. außerordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.

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Die Preise von Lunovv, Hohensaathen und Parstein fehlen. Diese sind die höchsten, weil die Qualität am besten.

Verschiedene Mitglieder machten auch Rauchversuche mit angeblich uckermärkischen Zigarren.

Die auf dem Bahnhof Schwedt a. 0. verkauften sogen. Vierradener Zigarren sind 95 mm lang und haben im Querschnitt an der stärksten Stelle 15 mm Durchmesser. Sehr spitz nach dem Mundende gearbeitet, zierlich und leicht im Gewicht. Rehbraun in der .Farbe. Mittelkräftig im Geschmack, etwas rauh, aber sonst garnicht so uneben. Es wird viel Vierradener, jüberhanpt uckermärkischer Tabak als amerikanisches Erzeugnis verraucht. So geht er sehr feingeschnitten in die Gegend von Bremen, um als türkischer Zigarettentabak verarbeitet zu werden. Mundus vult decipi.

Die diesjährige uckermärkische Tabakernte ist in Qualität und Quantität vorzüglich. Gegen Hagelschlag ist die Tabakstaude äußerst empfindlich, desgleichen gegen selbst nur leichten Frost. Bodenmüdig­keit kennt man hier in den Tabakfeldern nicht, bei guter Düngung bleibt der nikotianische Acker immer gleich ergiebig.

Endlich schließen wir noch ein paar Angaben an, entnommen einem Aufsatz:

Der märkische Tabak. Von L. von Noort. Hierzu 8 Spezialaufnahmen vom Verf. in derWoche vom 6. -Juni 1908, S. 10111013.

Während vor 10 Jahren noch 22 000 ha mit Tabak bebaut wurden, waren es 1905 nur noch 14 000 ha. Inzwischen hat die Anbaufläche, speziell auch in der Mark, weiter abgenommen. Immerhin haben wir in Deutschland noch etwa 80 000 Tabak­pflanzer.

Der Same ist so fein, daß auf ein Gramm etwa 3000 Körnchen kommen. Er wird auf eine Art Mistbeet, sogen. Tabakkutsche ausgesät. Haben die Pflanzen Blätter von 8 bis 10 cm Länge, so wird der Tabak ausgepflanzt. Die pikierten jungen Pflänzchen werden gegen Kälte geschützt. Die Stecklinge kommen in ein Netz von Linien, deren Schnittpunkte immer 30 oder 40 cm von einander entfernt. Sobald der Tabak blüht, wird ergeköpft, damit die Kraft in die Blätter schießt. Nur die Samenpflanzen bleiben ungeköpft. Die sorgfältig abge­brochenen Blätter werden auf eine Hanfschnur gezogen und die , so gewonnenenBandeliers zum Trocknen in luftige Schuppen gehängt. Die weitere Behandlung, das Fermentieren etc., ist dann meist Sache der Fabrikanten.

In geringeren Tabak für den Hausgebrauch werden mit-