448 Karl Waase.
heute noch mit Wasser gefüllt ist. Seine Entfernung vom unteren Rande der Wallaufschüttuug beträgt durchschnittlich 3 m. Der Wallgraben hat durch mehrere kleine Gräben Abfluß zur Temuitz. Der größte Abzugsgraben durchschneidet die sumpfige Pöhle. Der Ringwall ist im Osten und Westen durch einen Eingang, bezw. Zugang, unterbrochen. Die Wallschichtung besteht nur aus Erde.
Die Hauptfunde im Wallinnern sind Kohlenreste, slawische und auch mittelalterliche blaugraue Scherben, Knochen und Eisensachen. Außerhalb des Walles begegnet man (besonders an der Temnitzseite) denselben Funden.
Um ein vollständiges Versumpfen der Temnitzwiesen zu verhindern, ist man augenblicklich damit beschäftigt, das Bett des erwähnten Flüßchens auszubaggern. Dabei wurden in der Nähe des Walles eine ganze Reihe Funde zu Tage gefördert. Einige derselben führen wir im folgenden im Bilde vor. Als Ornamentik ist auf den slawischen Gefäßscherben meistens die Wellenlinie zu beobachten. Sie ist gewöhnlich in horizontaler Richtung eingeritzt worden. (Siehe Abb. 1.) Auch ineinandergehende und schräg am Hals hinablaufende Wellenbandkeramik ist zu findeu. (S. Abb. 2,1.) Ferner wiederholen sich geradlinige oder spitz- und stumpfwinklig zu einander gezogene Linien (Abb. 1., Abb. 2, 2), auch um den Hals des Gefäßes laufende ausgreifende Kurven treten auf. (Abb. 2, 3.) In früherer Zeit sind an unserer Fundstelle auch Scherben gefunden worden, „wo unter der Wellenlinie erhabene Leisten liegen, auf welchen tiefe oder kurze schräge Eindrücke angebracht sind.“ (Behla, S. 15.) Reste dieser gerade für den Wildberger Burgwall charakteristischen Ornamentik sind unter den diesjährigen Funden nicht zu verzeichnen, doch erinnert der große Scherben auf Abb. 1 an dieselbe. Die beiden Scherben auf Abb. 1 oben rechts sind im Wallinnern neben zahlreichen Knochenresten und Kohlestücken gegraben worden.
Äußerst häufig begegnet man an unserer Fundstelle spätslawischen Scherben. Diese stammen jedenfalls aus der Zeit in welcher der Wall mit einer Burg gekrönt war. Die Scherben sind hart gebrannt, sie bestehen aus feinem geschlemmten Ton und haben meist bläuliche Farbe. Quarzkörner und Glimmerblättchen, an denen die slawischen Gefäßreste so reichhaltig sind, fehlen hier gänzlich. Besonders viel Fußreste und Gefäßboden sind zu entdecken. Der Hals der Töpfe ist mit ringförmigen Horizontalfurchen verziert. Die Entstehung der Gefäße ist ins 11. bis 13. Jahrhundert zurückzuverlegen. (Siehe Abb. 3.)
Unter den Knochenfunden treten besonders zahlreich Reste vom Schwein auf, daneben sind auch Knochen vom Schaf, Rind und Hirsch vertreten. (In früherer Zeit ist auch eine Bohrnadel aus Hirschhorn gefunden worden.) Geweihstücke eines mächtigen Rothirsches, sowie Hirsch- und Schweinezähne veranschaulicht Abb. 4.