Kleine Mitteilungen.
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Stein- und Bronzewerkzeuge sind an dem beschriebenen Wall noch nicht zu Tage gefördert worden, dagegen sind Eisensachen zahlreich. Schlüssel, Hufeisen, Nägel sind unter früheren Fundstücken aufgeführt. Zu den interessantesten Eisensachen, welche jetzt gefunden worden sind, gehört ein Radsporn. (Siehe Abb. 5.) Das Rad ist achtstrahlig. Die Länge des Sporns beträgt 14 cm. Der schön geschwungene Spornschenkel ist bis zum Beginn des Rades 9','j cm lang. Der Radsporn von Netzeband und der von Brunn (beide im Zietenmuseum befindlich) haben eine ähnliche Gestalt. Sie stammen aus dem 14. Jahrhundert; die Entstehung unseres Fundes ist jedenfalls auch in diese Zeit zurückzuverlegen.
Beiin Baggern in der Teinnitz ist man genau am Westeingange unseres Ringwalles auf eine ziemliche Anzahl alter mächtiger Pfähle gestoßen. Dieselben sind sämtlich entfernt worden, sind teilweise ver- kieselt und haben bis 80 cm Umfang. Es sind vermutlich die Reste der von Bratriug erwähnten Zugbrücke.
Der Wildberger Burgwall ist also ein slawischer Ringwall, der bis ins Mittelalter hinein benutzt worden ist. (Da bis jetzt weder Plan noch Funde meines Wissens von demselben bildlich veröffentlicht wurden, so ist beides dieser kleinen Arbeit beigefügt worden.)
Kleine Mitteilungen.
Herr Lehrer E. Böhm, unser freundlicher Mitführer beim Besuch der „Brandenburgs“ in Strausberg, teilt uns am 5. Oktober 1906 folgendes mit: Strausbergs Häuser mit unterirdischen Gängen. Hartnäckig behauptet der Volksmund schon Generationen hindurch, daß aus den Kellern der Häuser Große Straße 45, Markt 1, Große Straße 18 und 12 unterirdische Gänge nach dem ehemaligen Dominikaner Kloster führen; ja, die Volkstradition weiß sogar von einem unterirdischen Gang, durch den Dietrich von öuitzow bei einer Belagerung Strausbergs in das Stadtinnere gedrungen sein soll. Im letzten Falle liegt nun zweifellos die Übertragung einer historischen Erzählung vor, deren Örtlichkeit am Haussee bei Garzin zu suchen ist. Hier am Haussee auf dem Hausberg befand sich ehemals ein Tempelherrenschloß, dessen Ruinen sich bis ins Reformations - Zeitalter erhalten haben. Es führte ein unterirdischer Gang durch den Hausberg bis in die Kellergewölbe des Schlosses. Und hier war es, wie alte märkische Chronisten berichten — nicht in Strausberg — wo Dietrich von Quitzow einen geheimnisvollen Gang durchklomm. Ein fahrender Sänger hatte ihm den Gang verraten und ihn in einer Septembernacht 1404 von der Hohen- steiner Mühle aus mit seinen Reisigen hindurehgeführt, sodaß er die schlafende Besatzung der Pommern niedermetzeln konnte.