Heft 
(1908) 17
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10. (3. ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.

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den Ausgrabungen in Olympia verknüpft. Studienreisen durch Deutsch­land, Holland, Belgien, Frankreich, Italien, Griechenland und Kleinasien vermehrten sein reiches Wissen, das er in zahlreichen Scriften nieder­legte. In seiner amtlichen Laufbahn gehörte er seit 1877 dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten bis zu seinem vor acht Jahren erfolgten Übertritt in den Ruhestand als Vortragender Rat an, während der Lehr­körper der Berliner Technischen Hochschule fast ein halbes Jahrhundert sich seiner Mitarbeit erfreuen durfte. Adler war seit 1874 Mitglied der Akademie der Künste, ferner Berliner Ehrendoktor der Theologie und Ehren-Doktor-Ingenieur. Zu seinem 80. Geburtstage erhielt er im vorigen Jahre die große goldene Medaille für Verdienste um das Bauwesen.

c) Unser Mitglied Herr Photograph Otto Hasselkampff ist beieits im Mai d. J. in Potsdam gestorben, leider ohne daß uns darüber bisher eine Anzeige zugegangen. Wie oft hat uns der freundliche, der Brandenburgia sehr zugetane Herr mit den vortrefflich gelungenen Aufnahmen seiner Kunst erfreut. Noch in der März-Sitzung legte ich Ihnen eine große Zahl stimmungsvoller Photographien von ihm vor, Potsdam und Umgebung sowie den Berliner Tiergarten betreffend. Vgl. Monatsblatt XVII S. 96.

d) Unser Mitglied Herr Iugenieur Adolf Herrmanu in Pankow b. Berlin wohnhaft, ist am Himmelfahrtstag, 28. Mai, plötzlich einem Herzschlag erlegen. Der liebenswürdige, weitgereiste Mann, nahm gern an den Pflegschaftsfahrten teil, war ein eifriger vorgeschichtlicher Forscher und hat von vorgeschichtlichen märkischen Altertümern eine große und schöne Sammlung zusammengebracht. In merkwürdiger Vorahnung seines Todes hat er das nachfolgende, rührend ergreifende Gedicht vom März v. J. hinterlassen.

Abschied.

Die Zeit verrinnt, cs naht die Abschiedsstunde, Komm Sonde und Du, treuer Spaten mein,

Schon steigt der Nebel aus dem Wiesengrunde, Die Sonne sinkt, es muß geschieden sein.

Leb wohl, Du Gräberfeld dort an den Buchen,

Das Kunde gab von längst vergangner Zeit Und das uns ließ, wenn auch nach langem Suchen, Den Schleier lüften der Vergangenheit.

Lebt wohl, ihr Berge und ihr stillen Heiden,

Du grüne Wiese mit dem klaren See,

Es ist bestimmt, daß ich von Euch muß scheiden! Und wenn man scheidet, tut das Herze weh.