Heft 
(1908) 17
Seite
462
Einzelbild herunterladen

462

10. (3. ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.

Am Waldessaume lehnt die kleine Hütte,

Wo ich Erquickung fand und Kuh und Rast Und wo ich oft in guter Freunde Mitte,

Erholte mich von schwerer Arbeit Last.

Die Wipfel grüß ich heut zum letzte Male,

Wo oft der kleine Weidenzeisig sang,

Den kleinen Quell im grünen Wiesentale Und sage ihm iür kühle Spenden Dank.

Noch einmal blickt zur kleinen Hütte nieder Durch das Gezweig der Sonne milder Schein.

Lebt Alle wohl, wir sehn uns hier nicht wieder,

Behüt Euch Gott, es hat so sollen sein.

e) Professor Spiridion Brusina, Professor der Zoologie an der kroatischen Landesuniversität zu Agram, ist am 23. Mai d. J. verstorben. Er hat sich für die Brandenburgia von Anbeginn derselben interessiert und uns durch Mitteilungen erfreut, welche die Weichtier­kunde (besonders Paludina diluviana Kunth) und die Diluvial-Probleme betrafen. Ich betrauere besonders in ihm einen anhänglichen Freund.

f) Major Otto von Dassel aus Döbeln in Sachsen ist am 5. Juni 1908 plötzlicli verstorben. In ihm verliert auch die Brandenburgs einen unermüdlichen Genealogen, der sich als Begründer und Heraus­geber derFamiliengeschichtlichen Blätter einen wohlbegrüudeten Namen erworben hat. Es soll eine Otto von Dassel-Stiftung begründet werden, deren Zwecke aus dem herumgehenden Aufruf ersichtlich sind.

(Die Versammlung erhebt sich zur Ehrung der Verstorbenen von den Sitzen.)

Erfreuliche Mitteilungen fehlen uns glücklicher Weise auch nicht.

XIT. Ihnen allen ist der Gatte unsers liebenswürdigen Mitgliedes der Frau Geheimen Medizinalrat Professor Dr. Dönitz Herr Wilhelm Dönitz, der am 27. Juni d. J. sein 70. Lebensjahr vollendete und der sich bei wiederholter Gelegenheit der Brandenburgia als recht förderlich erwiesen hat, gar wohl bekannt. Er erfreut sich eines bedeutenden Ansehens als Bakteriologe und Anthropologe. In Berlin am 28. Juni 1838 geboren, machte er hier seine Studien. Im Jahre 1872 ging er als Professor an die Medizinische Akademie in Tokio und war von 1875 ab längere Zeit an verschiedenen Krankenhäusern in Japan tätig. Nach der Rückkehr widmete er sich in Berlin wissenschaftlichen Arbeiten, teils im Hygienelaboratorium der Universität, teils im Institut für Infektions­krankheiten. 1893 leitete er das bakteriologische Laboratorium für Cholerauntersuchungen in Bonn, 1896 wurde er Mitglied des Instituts für Serumforschung und Serumtherapie und siedelte 1899 bei dessen