Heft 
(1908) 17
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10. (8. ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.

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XLII. Herr Schriftsteller Johannes Mulnier, Krenzbergstr. 45 überweist der Brandenburgs eine schöne Visitenkärtenformat-Photo- graphie von dem bekannten, ans dem Anfang des 18. Jahrhunderts stammenden Gartenhäuschen, welches man, vom Bahnhof Friedrich- straße nach Lehrter Bahnhof auf der Stadtbahn fahrend, jenseits der Spree in einem Holzhof zwischen Schiffbauer Damm und Albrechts- straße (Zugang von letzterer aus) deutlich gewahr wird. Auch hierfür besten Dank.

XLIII. U. M. Herr Ingenieur Hermann Knauer überreicht von den Mitteilungen von Boswan & Knauer, Architektur und Bau­ausführungen, 11. Jahrgang 1908, Heft 3, diesmal lediglich den Bau des von der unternehmenden Firma prächtig hergestellten Hotel Esplanade in Hamburg behandelud, welches ich daselbst während der Ostertage mit Interesse besichtigt habe. Bekanntlich errichtet u. M. ein gleich­namiges großartiges Hotel in Berlin an der Bellevuestraße, das an Pracht und Luxus alle BerlinerFremdenpaläste übertreffen und voraussichtlich am 1. Dezember d. J. feierlich eingeweiht werden wird.

XL1V. Demnächst hielt u. M. Herr Privatdozent Dr. Friedrich Solger einen mit größtem Beifall aufgenommenen, durch vortreffliche Lichtbilder unterstützten Vortrag:Die Geschiebe unserer Mark.

Der Vortragende ging von der großen Bedeutung aus, die die Ge­schielte der Eiszeit, unsere gewöhnlichen Feldsteine, als fast alleiniges einheimisches Steinmaterial für die Mark, besonders im Mittelalter, hatten. Da sie mit den nordischen Inlandeis zu uns kamen, so sind sie ebenso allgemein verbreitet wie die Gletscherablagerungen überhaupt. Nur die feineren Sande, die die Eisschmelzwässer in den Niederungen ablagerten, und die Moore die sich erst nach dem Verschwinden des Eises bildeten, führen naturgemäß keine Geschiebe. So sind diese dann vor allem im hügeligen Gelände zu finden. Seit längerer Zeit ist die Aufmerksamkeit der Geologen auf starke Anhäufungen von Geschieben (sog. Blockpack­ungen) und auf das Vorkommen einzelner besonders großer Geschiebe (Findlinge) gerichtet, ohne daß wir bisher die Gesetzmäßigkeiten dieser Erscheinungen klar durchschauen. Die Blockpackungen werden gewöhnlich als Endmoränen gedeutet, doch läßt sich diese Auffassung jedenfalls nicht auf alle Blockanhäufungen ausdehnen. Ebenso ist das Vorkommen von Riesengeschieben noch nicht sicher erklärt. Am bekanntesten sind die Markgrafeusteine bei Rauen, auffallend zahlreich finden sich Riesensteine am Nordrande des Flämings in der Umgebung von Belzig und Treueu- brietzen. Sie sind dort vielleicht als eine Art Randmoräne des Inland­eises zu betrachten.

Darauf zeigte der Vortragende die wichtigsten Arten unserer Ge­schiebe: Granite, Gneise, Quarzite und versteinerungsführende Schicht­gesteine aus den verschiedensten Abschnitten der Erdgeschichte. Das