11. (8. außerordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.
489
Datums als die Kirche, gerade weil die Steine an der Mauer schlechter versetzt sind, als die unten an der Kirche, was, wie wir gesehen haben, ein grosser Irrtum ist. Die Stadtmauer ist erst um 1300 aufgeführt wie bei den meisten märkischen Städten; vorher hatte man hier zu Lande nur Notumwallungen und Pallisadenzäune. Daher auch die-Notwendig- keit die Kirchen burgartig zu bauen, zu welchem Zwecke dieselben auch noch mit einer Steinmauer umgürtet waren, deren Reste sich noch an vielen Ox-ten finden.
Will man ein klares Bild haben, wie die Stadtkirche ursprünglich aussah, so sehe man sich die Kirche in Lindenberg (nördlich von Weissen- see) au; sie hat auch noch ilu-e Steinmauern ringsherum. Diese Kirche ist um dieselbe Zeit erbaut worden wie die Landsberger, nur mit dem Unterschiede, dass sie als Dorfkirche bedeutend kleiner ist. Da dort die Steine nicht so gut beai'beitet sind wie in Landsberg, wäre die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass die letztere Kirche noch 30 Jahre älter ist, als die in Liudeuberg.
Es setzt dies voraus, dass Landsberg schon vor der Stadtwerdung, welche um 1230 erfolgte, ein grösserer Ort war mit einer starken Christengemeinde. Wilhelm Böhl-Pankow.
Wir wollen noch einen zweiten wichtigen Bericht einfügen:
Die Kirchenglocken der Stadt Ält-Landsberg.
I. Die Stadtkirche auch lutherische Kirche genannt. Das Geläut hat drei Glocken.
a. Die grosse Glocke. Durchmesser: 1,32 m. Gewicht nach Schätzung 1810 kg ohne Klöppel, 1345 kg mit Klöppel.
Inschriften auf der Yox’dei’seite: 2. Mos. 7,5. Psalm 56,10. Wenn Ich rufe, so sollt ihr inne werden, dass Ich der Herr bin.
A. Irmisch, Oberpfarrer. A. Bergener, Pastor.
E. Wilhelm, W. Andi'ee, Kirchenvorsteher.
W. Loock, Cantor. C. Kunert, Küster.
Gegossen von C. Voss in Stettin 1868. No. 395.
Inschriften auf der Rückseite:
Patron: S. Majestät der König Wilhelm I.
Mitglieder
des Magistrats:
A. Matz, Bürgermeister, 11. Bohm, Kämmerer,
F. Glade, Ratmann,
11. Bartel, „
W. Jürgen, „
G. Wilhelm, „
der Stadtverorneten:
E. Gerhardt, C. Brädikow,
C. Stromer, V. Andree,
F. Bohne, F. Meyer,
A. Welle, A. Brädikow,
II. Knoll, A.. Miegel,
G. Judis, W. Bohne.
32