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11. (8. außerordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjabres.
Schmuck der Glocke: Renaissancefries mit Engeln und Rosen, darunter ein mitlaufender romanischer Bogenfries, ganze Höhe 20 cm.
b. Die zweite Glocke. Durchmesser: 1,01 m. Gewicht nach Schätzung 700kg ohne, 720kg mit Klöppel (ungewöhnliche Glocken form.)
Inschriften nicht vorhanden.
Die Glocke 88 cm hoch, hat die bekannte Langform alter Glocken. Ihr Alter wird angesprochen auf das 18. Jahrhundert. Verzierungen nur in zwei paar ganz matt vortretenden Bandgliedchen vorhanden. Henkel rundgerippt. Der Schlagring ist an der unteren Bordkante vielfach zackig ausgebrochen, also zerstört. Vermutlich hat diese Läuteglocke einst auch als Urglocke gedient, denn die unteren Bandgliedchen sind an einer Stelle in Hammerkopfbreite weggeschlagen.
c. Die kleine Glocke. Durchmesser: 0,80 in. Gewicht nach Schätzung 283 kg ohne, 293 kg mit Klöppel.
Inschriften: Obere Reihe. Nu danket alle Gott, der große Dinge thut an allen Enden, der uns von Mutterleib an liebend, geb uns ein fröhlich Hertz. Und vorleihe immerdar Fried der erhelt, und thut uns alles guts.
Untere Reihe:
Jacob Streit, Johann Schmid Alten-Landsberc
Goß mich Jacob Neuwerd Anno 1646 in Berlin.
Schmuck der Glocke: Das Wappen derer von Rosenthal. Im Oval der Umschrift von 11,5 cm Breite und 13 cm Höhe, welche lautet: Pastor Matthäus Rosenthal befindlich, zeigt das Wappen im Schilde drei Rosen, darunter einen Totenkopf mit zwei gekreuzten Schlüsseln (Himmel und Hölle). Oberhalb des Schildes drei größere blühende Rosen. Wir sehen in diesem Schmuck Wappen und Namen des Stifters der Glocke.
II. Die Schlosskirche, auch reformierte Kirche genannt. Das Geläute hat drei Glocken, welche gleichlautende Inschriften und Wappen tragen.
Die Durchmesser sind 1,10 m, 0,948 m, 0,752 m groß.
Die Gewichte nach Schätzung 759 kg, 475 kg, 225 kg ohne und 778 kg, 487 kg, 230 kg mit Klöppel.
Inschriften aller drei Glocken: Unter der Regierung Friedrichs des Dritten, Königs in Preußen auf Veranlassung des reformierten Kirchendirektorii im Jahre 1767 für die Schloßkirche zu Alt Landsberc umgegossen von C. D. Heintze.
Auf der Rückseite befindet sich der königliche Namenzug F. R. darüber die Krone.
Anfgenommen am 27. September 1908 von Max Kühnlein.