Heft 
(1908) 17
Seite
511
Einzelbild herunterladen

15. (4. ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres. 5H

Klostergartens hinein liegt eine Ruine aus GranitfindlingeD, die von den Forschern als Überreste einer Befestigung gedeutet worden sind. Unser Führer, Herr Schmidt, hält aber die Mauerreste für die Überbleibsel der Kirche von Ragösen, denn das Kloster steht auf der alten Dorfstelle, und die Bewohner waren versetzt worden. Durch ein Klapptor gelangten wir auf die Chaussee Eberswalde-Angermünde. Mit seinen Wirtschafts­gebäuden reicht die heutige Oberförsterei bis zur Chaussee und man hat von hier aus noch mal einen schönen Überblick über die gesamten Bau­lichkeiten, indem man von Süden her auf den Klosterhof blickt. Zu den Gebäuden neben der Chaussee gehört auch die alte Klosterschänke. Die Chaussee führt am Südrande des Amtssees vorüber und biegt dann scharf nach Norden um. Kurz dahinter befindet sich die Stelle, \yo bis 1772 eine Glashütte stand. Wir besichtigten einen Trümmerhaufen und sammelten einige Scherben der sog. Choriner Bouteillen. Hinter dem Walde sahen wir schon Chorinchen liegen und wanderten auf einem Feldwege in das Dorf zurück. Hier öffnete uns Herr Lehrer Ulrich die Kirche. Sie ist aus Findlingen erbaut und enthält im Innern den Grabstein des Amtsrats Karbe. Die Kirche ist nur klein und die Em­poren sind nur niedrig. Sie sind dicht mit Totenkränzen und Kronen behängen. Ein interessantes Taufbecken ist vorhanden, und ein schönes Kruzifix, das aus dem Kloster stammte, ist vor 50 Jahren gestohlen worden.

Wir hatten noch reichlich Zeit und wanderten langsam zum Bahn­hof, von wo wir 5.05 nach Berlin znrückfuhren; allerdings mußten wir in Eberswalde eine Stunde warten, weil unsere Karten nur für Personen­züge gültig waren.

15. (I ordentliche) Versammlung des M Vereinsjafires.

Mittwoch, den 28. Oktober 1908, abends 7 a L Uhr im Vortragssaal des Märkischen Museums am Märkischen Platz.

Vorsitzender: Herr Geheimer Regierungsrat E.Friedei. Von demselben rühren die Mitteilungen zu I bis XXVII her.

A. Allgemeines.

I. Uber den 2. Verbandstag der deutschen Vereine für Volkskunde am 2. und 3. d. M., dem sich auch die der Volkskunde zugetane Brandenburgs angeschlossen hatte und der von vielen unserer Mitglieder besucht wurde, hat unser Ausschußmitglied, Herr Dr. Gustav Albrecht, einen ausführlichen Bericht nach seinen Aufsätzen in der