Heft 
(1908) 17
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15. (4. ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.

Geldsumme zur Verfügung haben. Bei den derzeitigen Mitgliederbeiträgen ist die Verbandskasse selbst dazu nicht imstande. Deshalb schlägt die Kommission dem Verbände vor, den vorliegenden Plan den deutschen Akademien zur Prüfung und mit der Bitte um Unterstützung des gewiß für die verschiedensten Zweige der Wissenschaft ungeheuer wichtigen Unternehmens vorzulegeu.

10. Wenn so oder auf einem anderen Wege die nötigsten Mittel für die nächste Zeit gesichert wären, könnte der Verband einen philologisch und religionswissenschaftlich geschulten Gelehrten als Leiter des Unter­nehmens gewinnen, der dem Verbandstag jährlich über den Fortgang seiner Arbeiten berichten und über die von ihm gemachten Ausgaben Rechnung ablegen müßte. Sollte es unmöglich sein, Geld für diese Sache flüssig zu machen, so müsste sich der Verband zunächst auf die in No. 8 entwickelten Aufgaben beschränken. Die Kosten für den Frage­bogen müßten dann auf die einzelnen Vereine ausgeschlagen werden.

11. Mit Rücksicht auf den S. I Anm. 4 gemachten Vorschlag empfiehlt die Kommission dem Verband, die volkskundlichen Vereine Skandinaviens, Finlauds, Belgiens und der Niederlande, sowie die Ver­einigung für jüdische Volkskunde zum Anschluß aufzufordern, der auch aus anderen Gründen ungemein erwünscht wäre.

c) Das Volkslied in Österreich. Anleitung zur Sammlung und Aufzeichnung. Fragebogen. Wien, 1908. Zur Beachtung auch für Brandenburg zu empfehlen.

d) Unsere Schrift Beiträge zur Volkskunde. Dem Verbände deutscher Vereine für Volkskunde im Oktober 1908 überreicht vom Vorstand der Brandeuburgia, Gesellschaft für lleimatskunde. I)a diese Schritt mit der fälligen Nummer unsers Monatsblatts alsbald in Ihre Hände gelangt, brauche ich mich hier nicht ausführlicher zu äußern.

Zu meinem Aufsatz: Über die Notwendigkeit einer persön­lichen Volkskunde sind mir inzwischen beistimmende Äußerungen aus Österreich, z. B. von Herrn Geheimen Hofrat Prof. Dr. Schömbach zu Gratz in Steiermark zugegangen. Einer der hervorragendsten Volk­kundegelehrten, Professor Dr. Ludwig von Ilörmann in Innsbruck, schreibt mir folgendes: Ihre Festschrift hat mich, besonders wegen Ihres anregenden Aufsatzes, in hohem Grade erfreut. Was für eine Fernsicht eröffnet sich in Hinblick auf Ihren Vorschlag für Tirol, wo so viele Volksschichten seit den ältesten Zeiten übereinander liegen, wo die Ab­geschlossenheit der Täler, verbunden mit der tiefgewui'zelten Sitte, nur Angehörige desselben Tales zu heiraten, wo die verschiedenartigsten örtlichen und klimatischen Verhältnisse und Beschäftigungen etc. etc. im Verlaufe der Jahrhunderte eine ganze Galerie von Talvolkstypen ge­schaffen, die sich scharf von einander absondern und durch Physiognomie, Haltung, Gang, sowie durch Eigentümlichkeiten jeder Art sofort zu