16. (4. ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.
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C. Naturkundliches und Technisches.
XIII. Mitteilungen der Brandenburgischen Provinzialkonimission für Naturdenkmalpflege. Nr. 1 von 1908 dieser neuen Zeitschrift enthält hauptsächlich einen Bericht über die Bildung der Brandenburgischen Provinzialkommission für Naturdenkmalpflege in Berlin am 17. Februar. Über diese Versammlung, an der viele unserer Mitglieder tei[nahmen, ist in der Brandenburgia berichtet worden. Der staatliche Kommissar für Naturdeukmalpflege in Preußen, u. E. M. Herr- Professor Dr. Conwentz hielt bei jener Gelegenheit einen von Lichtbildern begleiteten Vortrag über die Naturdenkmalpflege, vornehmlich in der Mark Brandenburg.
Geschäftsführer ist der auch in den Brandenburgia-Kreisen wohl- bekannte Herr Direktor Professor W. Wetekamp, Schöneberg, Hohenstaufenstraße 47/48. Selbstverständlich empfehle ich auch am heutigen Abend namens des Vorstandes diese heimatkundlichen Bestrebungen Ihrer Beachtung und Förderung auf das Wärmste.
Vier Fragebogen der Kommission lege ich gleichzeitig vor. Inhalt der Fragebogen I—IV:
I. Naturdenkmäler allgemeiner Art: 1) ursprüngliche, d. h. von Eingreifen der Menschen möglichst unberührte Gebiete, z. B. Wald, Moor, Sumpf, Heide. 2) Aussichtspunkte, von welchen aus man ein Naturdenkmal, d. h. ein ursprüngliches ausgezeichnetes natürliches Landschaftsbild (See, Wald, Berge u. dgl.) erblickt.
II. Naturdenkmäler des Erdbodens. 1) Bodengestaltungen, z. B. Moränenlandschaften: Endmoränen (Blockpackungen),Erratische Blöcke, Pfuhle (Solle, Gletschertöpfe usw.), Gletscherschrammen, Rundhöcker usw., Dünen im Binnenlande, Höhlen, Schluchten (Klamme). 2) Charakteristische Gewässer u. damit zusammenhängende Bildungen, z. B. Quellen (Mineralquellen usw.), Stromschnellen (Strudel usw.), Wasser-^ fälle, Altwässer, Flußinseln (Sandbänke), Schwimmende Inseln, Seen auch Teiche (verlandende Seen). 3) Ausgezeichnete Bodenarten usw., z. B.: örtliche oder an sich seltene Gesteinarten und Mineralien (auch Erze), Schichten von Diatomeenerde, Waldboden früherer Perioden (Braunkohle, Torf), Ablagerungen fossiler Baumstämme, wichtige Aufschlüsse (Kontaktstellen eruptiver und sedimentärer Gesteine), bezeichnende Profile (Schichtung, Faltung, Verwertung, Diskordanz). 4) Absonderu-ngs- und Verwittenlngsformen, z. B. Säulenförmige Ausbildung von Gesteinen, plattenförmige Ausbildung eruptiver Gesteine, Kugelgranit usw., Erd- pyramidenähnliche Bildung, diluviale SandsteinbilduDgen, Wackelsteine usw.
III. Naturdenkmäler der Pflanzenwelt. 1) Typische Pflanzengemeinschaften, z. B. Moore (Hoch-, Flach-, unterseeische Moore etc.), Steppen-