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16. (4. ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.
von seinen medizinisch-hygienischen Schriften seine Stadien über die sanitätspolizeiliche Untersuchung der Trinkwässer, über den Alkoholgehalt des Bieres, über Bodenabsorption, über das Eindringen von KanaJ- gasen in die Wohnräutne u. a. in. So bedeutet der Tod des Gelehrten nicht nur für den engeren Kreis seiner Fachgenossen einen empfindlichen Verlust. Der Verstorbene interessierte sich lebhaft für die Sammlungen des Märkischen Museums und die Arbeiten der ßrandenburgia auf dem vorgeschichtlichen Gebiet, u. A. verdanken wir ihm eine genaue Untersuchung der menschlichen Reste, die in dem Leichenbrand des Königsgrabes von Seddin, Kreis Ostprignitz, etwa aus der Zeit um 1000 vor Chr. enthalten sind, sowie eines ebenfalls im Märkischen Museum auf bewahrten Schädels von einem Gerippe, das ungefähr Ecke Kloster- und Parocliial- straße auf der Baustelle des jetzt nahezu fertig gestellten neuen Stadthauses in der Nähe eines Pferdeskeletts bei Grundlegungsarbeiten mit- ausgeschachtet wurde. Lissauer hält den Menschen für einen typischen Wenden. Dies war der erste anthropologisch-wendische Fund innerhalb Alt-Berlins.
XII. Von Sr. Exz. dem Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg Herrn von Trott zu Solz ist folgendes Schreiben eingegangen:
Potsdam, den 2. Oktober 1908
Dem geehrten Vorstand danke ich verbindlichst für die mir angebotene Ehrenmitgliedschaft Ihrer um die Förderung der Landesund Heimatskunde in der Provinz Brandenburg hochverdienten Gesellschaft. Ich werde es als eine besondere Auszeichnung betrachten, künftig der Brandenburgs als Ehrenmitglied anzugehören“.
v. Trott zu Solz.
Von dem Königliche Oberpräsidalrat von Winterfeldt ist folgendes Schreiben eingetroffen:
Potsdam, 30. September 1908.
Dem geehrten Vorstande spreche ich meinen aufrichtigsten Dank für die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Gesellschaft ßrandenburgia, die ich als eine hohe und besondere Ehre empfinde, hierdurch sehr ergebenst aus. Die Auszeichnung der ßrandenburgia ist mir noch besonders deshalb wertvoll, weil ich in ihr eine Anerkennung für Bestrebungen erblicke, die mir von Kindheit an teuer waren und die ich später amtlich und außeramtlich nicht ohne sichtbare und, wie ich hoffe, bleibende Erfolge pflegen durfte, auch weiter zu fördern jederzeit bemüht sein werde.
Mit wiederholtem herzlichsten Danke zeichne ich mich als der ßrandenburgia sehr ergebener Joachim von Winterfeldt-Menkin.