15. (4. ordentliche'! Versammlung des XVII. Vereinsjahres.
527
die Ausgabe des betreffenden Heftes der „Forschungen“ nach dem Ermessen des Herausgebers und des Verlags erst später erfolgen soll, kann jener Teil vorweg gedruckt werden. Entstehen aber dem Verlag hierdurch besondere Kosten, kann der Verfasser dazu herangesogen werden.
Die bisherigen landeskundlichen Veröffentlichungen der „Forschungen“ sind den Brandenburgia-Mitgliedern als durchweg hervorragende wissenschaftliche Leistungen bekannt. Bei der Wichtigkeit, die sie für die Heimatforschung besitzen, halte ich mich verpflichtet, auf die vorgenannten Bedingungen hinzuweisen. Herr Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Fried rieh G. Hahn, Königsberg i. Pr. Mittel-Tragheim 51, eine der ersten Autoritäten auf dem Gebiete, ist Herausgeber.
IX. Aus Deutsch Wilmersdorf meldet man folgendes wenig Angenehme: Die künstlerische Ausgestaltung der Häuser-Fassaden scheint in den Vororten nicht allzuhoch bewertet zu werden. Der Wilmersdorfer Magistrat hatte ebenso wie der Kreis Niederbarnim Prämien für künstlerische Fassadenbauten ausgesetzt, um das Straßenbild reizvoll zu beleben. Diese Bestrebungen haben seitens der Bauherren so wenig Beachtung gefunden, daß die iu den Etat als Prämien eingestellten LOOO M. nicht verausgabt werden konnten. Der Magistrat hat nun beschlossen, die Summe auf den nächsten Etat zu übernehmen und die Interessenten unter Hinweis auf die Prämien zu ersuchen, der Kunst im Fassadeu- bau ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Möchte andere Magistrate diesem nachahmenswerten Beispiel Folge leisten.
B. Persönliches.
X. Herr Verlagsbuchhäudler Franz Wunder ist leider zu Anfang dieses Monats vei'storben, ein treues Mitglied unserer Brandenburgs.
XI. Der Ehren-Vorsitzende der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte Geheimer Sanitätsrat Professor Dr. Abraham Bissau er ist gestern in Oharlottenbnrg verschieden.
Nachdem Lissauer an den Universitäten Berlin und Wien seine Studien vollendet hatte, ließ er sich in Neidenburg und später in Danzig als Arzt nieder. Seit 1892 wirkte er in Berlin als Bibliothekar und Kustos der Schädelsammlung der Anthropologischen Gesellschaft. Dieser von Virchow begründeten Gesellschaft hat er, als dessen Freund und Mitarbeiter, sein reiches Wissen und seine große Arbeitskraft gewidmet, und ihre Ausgestaltung zu der Bedeutung, die sie jetzt besitzt, ist nicht wenigsten sein Werk. Die umfassende schriftstellerische Tätigkeit des verstorbenen Gelehrten bewegte sich teils auf anthropologischem, teils auf medizinisch-hygienischem Gebiete. Von Schriften der erstgenannten Richfung seien hervorgehoben: „Die prähistorischen Denkmäler Westpreußens“ und „Altertümer der Bronzezeit in der Provinz Westpreußen“,