Heft 
(1908) 17
Seite
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Arno Bötticher.

Leichenpredigt sind je aus den Jahren 1604 und 1762. Es stammen die Nummern 18 aus der Königlichen Bibliothek in Berlin, die Nummern 9 und 12 aus den Vitae Pomeranonnn in Greifswald, die Nummern 24 und 25 ans der Marienkirchenbibliothek in Frankfurt a. O. und die übrigen Nummern aus der Bibliothek des grauen Klosters in Berlin.

In jeder Leichenpredigtsammlung haben sich auch Reden und Ge­dichte, die auch zu anderen Gelegenheiten gehalten und gemacht sind, eingeschlichen, und dieser ist auch in den nachfolgenden Auszügen ge­dacht.

Hinter der letzten Nummer befindet sich ein Orts-, Personen- und Sachregister.

1. Kurtze und einfaltige Leich-Predigt f Bey dem Begräbnis deß weilaud Ehrwirdigen /' Achtbaren vnd Wohlgelahrten Herrn M. Jonae Böttichers / der Christlichen Kirchen zu Newen Kuppin Pfarrherrn vnd Superintendenten, Welcher den 19. Maji zu Mittage kurz nach 11 Uhr dieses 1(X)4. Jahres im IlErrn sanfft und selig entschlafen j Jm 63. Jahr seines Alters f Und folgends den 22. Maij vmb 2 Vhr nach Mittage bey ansehnlicher Versammlung Ehrlich vnd Christlicher weise in der Pfarr­kirchen daselbst in sein Scblaftkämmerlein gesetzet worden f Gehalten durch Thomann Penckowen f Diener am Wort des IlErrn daselbst. Gedruckt zu Franckfurt an der Oder / bey Andreas Eichhorn. Gewidmet Seiner nachgelassenen Widtwe, Seinen Kindern und Seinen allerseits freundlichen lieben Ohmichen, Gefattern vnd Ohmen.

Der Verstorbene war geboren in Neu-ltuppiu am Tage Matthiae Anno 1542. Seine Eltern waren der Scabinus Johannes Bötticher und Ursula Penckow. 12 Jahre alt kam er auf die Schule in Berlin. Nachdem er auch noch die Schule in Brandenburg besucht hatte, ging er auf die Universität Frankfurt a. 0. 21 Jahre alt wurde er 1563 als Scliulrektor nach Ruppin berufen. Nach drei Jahren (1566) ging er auf Wunsch des Vaters und auf Rat seines Bruders M. Johannes Bötticher zur Fort­setzung seiner theologischen Studien nach Leipzig. Noch in demselben Jahre ging er der Pest wegen nach Wittenberg und von hier nach Frankfurt, wo er in Mayistrum promoviret. Nach dem Aufhöreu der Pest in Wittenberg kehrte er dorthin zurück. 1563 wurde er auf Anfrage des Kirchenministerium in Zerbst bei der Universität Wittenberg nach einem geeigneten Diakon dorthin empfohlen und an die Nicolaikirche berufen. Hier verheiratete er sicli am Montag nach Matthei (20. Septembei) 1568 mit Clara Brunsdorf und blieb es acht Jahre. 1575 Ostern wurde er als Pfarrer und Superintendent nach Neu-Ruppin berufen. Hier wurde er der Stifter der noch heute bestehenden Kirchenbibliothek. Als am 18. September 1593 seine Frau starb, verheiratete er sich wieder und zwar am 14. Oktober lp94 mit Gertrud Veilitz. Michaelis 1603 erlitt er