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Arno Bötticher.
Leichbegenguis der Erbarn vnnd viel Tugendreichen Frawen Mariam Musculinn, deß Ehrwirdigen, Achtbarn vnnd Wolgelarten Herrn M. Ivachimi Schwartzkopfen, der Kirchen Gottes in Neweu Itupin trewen und fleißigen Diacon vnd Seelsorgers, Ehevielgeliebten Hauß-Ehren, Seligen. Welche am 7. Julij selig verschieden /’ vnd folgends am 7. Sontage nach Trinitatis, war der 11. ejusdem dieses 1630. Jahres J in sehr Volckreicher versamlung J in der Pfarrkirchen daselbst / Christlich beerdiget worden. Gehalten durch die Ehrwirdigen, Achtbarn vnd Wolgelahrten Herrn Gabrielem Wolterstorflen, doselbe Pfarrherrn und Inspectoren. Gedruckt zum Berlin / durch Georgs Rungen 1630.
Personalien sind der Leicheupredigt nicht beigegeben. Aus der Leichenpredigt über ihren 1G09 gestorbenen Gatten (s. u.) ergiebt sich, daß sie die jüngste Tochter des Bürgermeisters Christian Musculus in Wittstock war und bei der Geburt der Zwillinge Dorothea und Elisabeth gestorben ist.
4. Alter Leute Christlichste/Rühmlichste/und Nützlichste Arbeit /' auß dem 71. Psalm des Königs Davids Beym Begräbniß des weylandt Ehrenvesten / Achtbarn / und Wolweisen Laurentii Segers / löblichen Rathsverwandten J in den Wercken deß Christenthumbs vnd seines Beruffs arbeitsahmen Herrn / Welcher am 25. Julij dieses 1630 Jahres / au der Peste / doch veste im Glauben an Christi Todt, welcher dem Tode vnd Hellen eine Pestilentz worden / Hos. 13 sehlig eingeschlaffen. Einfältig durchgearbeitet / Vnd Auff begehrn publiciret durch M. Christophormn Liebenbergen / Dienern ain Worte Gottes zu N. Ruppin / Im Jahr: Qui Jesinn Corde gerit, a Jesu vcre geritur, Seelig ist der gewiß, Wer Jesinn liebt. Gedruckt zum Berlin /durch George Rungen / im Jahr 1631.
Der Verstorbene war in Neu-Ruppin im Jahre 1569 geboren; seine Eltern waren der Bürger und Tuchmacher Lorenz Seger in Neu-Ruppin und Sophie Böldicke. Sehr früh verlor er die Eltern. Er hatte zwei Brüder, von deneD der mittelste Mathias („er hätte Kirchen und Schulen dienen können“, hatte also studirt) in der besten Jugend starb und der älteste Joachim hieß. Der Verstorbene lernte das Handwerk des Vaters. Zu dem Zweck ging er auch an andere Orte, insbesondere nach Anklam, wo „das Tuchmacher-Gewerck guten Fortgang gehabt, also daß sich ein Meister davon Ehrlich und reichlich ernehren könne.“ Früher als er gewollt hatte, kehrte er auf Wunsch des Bruders nach Neu-Ruppin zurück, der ihm bei seiner Niederlassung als Tuchmacher und bei Gründung eines Hausstandes behilflich war. Drei und zwanzig Jahre alt, also 1592, heiratete er Dorothea Möller, Tochter des Ratsverwandten und Tuchmachers Thomas Möller in Neu-Ruppin. Von neun Kindern blieb nur ein Kind leben: Thomas, beim Tode des Vaters Pfarrer in Sentzke.