Heft 
(1908) 17
Seite
551
Einzelbild herunterladen

Neuruppinische Leiehenpredigten.

551

seinen Aemptern Er zwar viel Neyder und Mißgönner und heimliche \ erfolger gehabt, die Ihm zum Teil bewust; hat sich aber, weil Er rechtmassig dazu erwählet, allemal Gottes Beystandes getröstet und dabey beflißeu ein gutes Gewissen zu behalten, das andere hat Er Gott als dem gerechten Richter heimgestellet und es mit Gedult überwunden. Seit dem 11. April 1643, als er auf einer Reise nach Berlin hinter Spandau aus dem Wagen ins Wasser fiel und in Lebensgefahr geriet, kränkelte er; er wurdemit dreytägigen Fiebern, hitzigen Kranckheiten und der Colica ventosa offt beleget und starb schließlich an der Schwind­sucht. Seine Frau war schon vor ihm gestorben. Von acht Kindern (fünf Söhnen und drei Töchtern) überlebten ihn ein Sohn und die drei iöohter: Johann, Ratsverwandter und Apotheker in Fürstenwalde; Ger­trud, verheiratet mit dem Apotheker Daniel Wilhelmi in Havelberg, Johanna und Regina.

Nachrufe sind der Leichenpredigt nicht beigegeben.

15. Wahrer Christen höchster Ruhm von ihrem besten Eigenthum J Welches das natürliche Leibes-Leben von Christo / das geistige Seelen­leben in Christo/und das ewige Freuden-Leben durch Christum/Über den Spruch Pauli zum Gal. II v. 20. Ich lebe aber / doch nicht ich / sondern Christus lebet in mir u. s. w. In volckreicher Versandung Bey der Leichbegängniß des weiland Wohlehrwürdigen /Großachtbaren und 1 lochgelahrten Herrn M. Joachimi Schwartzkopffen/gewesenen fiinff- zelm jährigen Diaconi, und inehr als ein und dreißig jährigen wolver- dienten Pnstorn und Inspertom zu Neuen Rupin / Als derselbe im ab­gewichenen Jahr 166!) Dienstags nachdem XXII Trinitatis war der 9. Novembris, von der gnädigen Schlagehand Gottes gerühret J und folgendes den 11. Xovembris am Tage Bischofis Martini frühmorgens und) sieben Uhr / im sieben und siebentzigsten Jahre seines Alters J unter dem Gebät und Thränen der liebsten Seinigen j in Christo sanfit und selig eingeschlaffen / und dessen entseeleter Cörper den XXIV. Trinit. war der 21. Norembris in unser Pfarrkirchen für dem Altar mit Christüblichen Ceremonien in sein Ruhekämmerlein beygesetzet ward J In einem einfältigen Leich-Sermon abgehandelt / Und nunmehr / auft Begehren zum Druck außgefertiget / Von M. Andrea Westphalen, Die­nern am Worte Gottes zu Neuen Rupin. Zu Berlin / gedruckt bei Christoff Runge / Anno 1670.

Der Verstorbene war geboren am 13. August 1593 in Wusterhausen, wo sein Vater Erdmann Schwartzkopff, nachdem dieser drei und vierzig Jahre Prediger in Wittstock gewesen war, Diakonus war; seine Mutter hieß Anna Winter; die Großelternpaare waren Bürger und Kürschner Stephan Schwartzkopff und Anna Friese (dieseaus Priesterhchem Ge­schleckte) in Wittstock und der Ratsverwandte Joachim Winter und