Heft 
(1908) 17
Seite
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Arno Bötticher.

Else Mäseu in Wusterhausen.Nach dem Er in Sehola patria ein ziem­liches fundament geleget /in den humanioribus und rudimentis rateche- tiris; hat ihn sein Herr Vater nachher Brandenburg in die Neustadt bey seinem Oheim / Joachim Bahndicken, gelieft'ert, der ihn pro peu- dagogo seiner Kinder gebrauchet. Von dannen ist Er Anno 1610 in das Churf. Gymnasium zu Joachimsthal geschicket/'und au ff specinlen Befehl Johannis Sigismundi Christlöblicher Gedächtniß/von dem damals weit­berühmten liertore M. (arolo Baumanno reeipiret. Wegen vialo seor- hutko und febri maligna (die Gebäude des Gymnasiums lagen zwar auf einer Anhöhe, aber dicht an Sümpfen) kehrte er früher als beabsichtigt nach Hause zurück, wo eran dem damaligen noch jungen Mediro D. Alberto Bulichio seliger Gedächtniß glücklich runiret worden. Dann (1612) ging er nicht nach Joachimsthal zurück sondern gleich auf die Ar.ademie nach Frankfurt a. d. Oder, wo er insbesondere den Professor der Theologie Johannes Ileydenreich hörte. Von hier vertrieb ihn die Pest. Er wurde durch Vermittelung des JurisrotisulH Lirentiati Scheplitz Praereptor beim Erbherrn Caspar von Rohr auf Pentzlin, von wo er nach zwei Jahren nach Frankfurt zurückkehrte, aber nur auf kurze Zeit, da er bereits 1615 nach Wittenberg ging. Hier erkrankte er wieder an febre maligna, kehrte wiederhergestellt nach Hause zurück, nahm Praeceptorat bey einem vornehmen von Adel in der Alten-Marck an und wurde 1618 als Rektor nach Wittstock berufen.Sofort hat er sicli auf väterliches begehren int er Candidatos Magisterii zu Wittenberg praesentiret und unter 34 Competitores septimum loenm gehabt. Noch in demselben Jahre heiratete er Maria Musculus aus Wittstock (s. o. 1630). 1622 ist erhierher nach Ruppin recommendiret, und zur Probepredigt invitiret worden, die Er auch den 19. Septembris auß dem 121. Psalm mm applaa.su abgeleget/worauf er nach Votirung der Principalen mit Consens der Gemeine von Herrn Gabriel Wolterstorffeu / damaligen Inspektors, und lln Bürger Thomas Hanßen die roration zum Diaeonat an M. Wernicken Stelle, der pro Pa störe nach Templin vociret, mündlich überkommen, bald aber den 26. ejusdem ist ihm die schriftliche Yoration nach Wittstock nachgeschicket, nebst einem Praesentation Sclireyben an 1). Pelargum, damals General Superintendenten der Chur und Marek Brandenburg, der Ihn auch zu Frankfurt an der Oder nach dem Examina den 28. Ortobris zum Predigtampte solenniter ordiniret und inrestiret hat. Worauf! Er von Wittstock abgeliolet und den 3. Novembris als am Zwanzigsten Sonntage nach Trinitatis zum hiesigen Diaconat installiret werde. Ruppin blieb er auch treu, trotzdem späterhöhere Bedienungen an andern Orten ihm mündlich und schriftlich aufgetragen wurden, insbesondere das Pfarramt an St. Marien in Berlin. Er wurde zunächst Substitutus des Pastors und Inspektors Gabriel Wolterstorff und in Folge dessen zunehmender Schwachheit auch dessen Nachfolger;