Heft 
(1917) 25
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Dr. H. Teuchert.

diese kürzere Wortform ist in Teltow, Jüterbog - Luckenwalde und Zauch - Belzig die Regel. Zusammengesetzt ist hap, hupan nur mit mol.

Das Altgarzer Wort molbültm steht vereinzelt da. hümpal findet sich in molanhümpal aus Criewen (Angermünde). Dem weiblichen Geschlecht der dortigen Molle fügt sich der verbindende Einschub in diesem Wort. Die ruppinische Wortgestalt molivorm aus Wallitz besitzt gleichfalls hümpel: molwormhümpal. Das gleiche Wort aus der Gubener Gegend jedoch verbindet sich mit dem mitteldeutschen Wort k-apan und ergibt die Form mdlswomikaupan (Sadersdorf).

Es bleibt noch übrig, auf die mittlere und nördliche Neumark hinzuweisen. Hier gilt die abgelautete Nebenform von hnp; der Maulwurfshaufen führt hier durchgängig den Namen molhop m.

4. Die Kartoffel.

Wie der Name bezeugt, ist die Kartoffel in Deutschland aus Italien eingeführt worden. Denn Kartoffel ist durch lautliche Dissi- milierung aus dem italienischen tartufolo entstanden. Jedoch ist wahrscheinlich, daß für die westlichen Gegenden die angrenzenden Niederlande and Frankreich als Ursprungsgebiet anzusehen sind. Die niederländische Benennung aardappel und das französische pomme de terre deckt sich nämlich mit dem im Westen verbreiteten Namen Erdapfel. Ebenso deutet das in Teilen der Rheinlande verbreitete Grundbirne (mundartlich z. B. jrumparo Pluralis) auf eine An­schauung, die den gleichen Ursprung hat wie jene beiden Bezeich­nungen. Schließlich gibt es noch in gewissen Gegenden eine dritte Namensform, die auf ausländischen Einfluß zurückgeht und dem italienisch-spanischen patata und dem englischen potaloe entspricht. Das Ostfränkische besitzt eine solche Dialektform.

Die Mark Brandenburg hat die wichtige Erdfrucht in der italienischen Benennung kennen gelernt und aus dieser nach ge­wohnter niederdeutscher Betonungsweise Tüffel gemacht, wobei natürlich die Möglichkeit besteht, daß diese Wortform bereits fertig war, als die Knollenfrucht in die Mark eingeführt wurde.

Über diese Frage wären geschichtliche Untersuchungen Auf­klärung zu geben in der Lage.

Die Form Tüffel ist weit verbreitet und findet sich als Teffeln in Drossen (West-Sternberg), als Toffeln in Fahlhorst und Nowawes (Teltow) und Bergholz bei Potsdam (Zauch - Belzig). In der Form Tüffel kommt das Wort im Havellande, in der Prignitz und im Kreise Ruppin vor.

Eine eigenartige Erweiterung dieses Wortes tritt im Kreise Zauch - Belzig zu Tage. Dort verbindet es sich mit dem Begriff Erde