Jahrgang 
1 (1956) 2
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Dr. VIERECK

Das Wappen der Sttadt Perleberg

Ein Gang durch sieben Jahrhunderte

Was ist ein Wappen? Die alten deutschen Worte Waffen und Wappen (in der Sprache des Mittelalters: wafen und wapen) sind ur­sprünglich die hochdeutsche und die niederdeutsche Bezeichnung für die­selbe Sache, nämlich für die Kampfwerkzeuge, also für die Waffen im heutigen Sinne. Als man im frühen Mittelalter dazu überging, die Rüstungsstücke der Kämpfer, im besonderen Schild und Helm, durch be­stimmte Zeichen zu unterscheiden, wurden beide Worte auch auf diese Kennzeichen übertragen. Seit dem 16. Jahrhundert wurde dann aber das Wort Wappen nur noch für diese Bildzeichen gebraucht. Dagegen hat sich das heute noch, im übertragenen Sinne gebräuchliche Eigenschaftswort gewappnet die ursprüngliche Bedeutung als bewaffnet bewahrt.

Die sehr alte und verzweigte Wissenschaft von den Wappen heißt Heraldik; sie hat ihren Namen von den Herolden, die im Mittelalter die Wappen­bücher zu führen und bei den Turnieren die Richtigkeit und Rechtmäßig­keit der von den Rittern geführten Wappen zu überwachen hatten.

Die ersten Wappen in Deutschland wurden als Zeichen des kaiserlichen Heeres oder seiner Abteilungen von reichsunmittelbaren Fürsten geführt. Mit dem Entstehen der Landeshoheit der deutschen Fürsten und der Erb­lichkeit ihres Lehnsgebiet«s wurden diese ursprünglich militärischen Ho­heitszeichen allmählich zu Abzeichen der Person des Fürsten oder seines Hoheitsgebietes, es entwickelten sich die Geschlechts- oder Familienwappen einerseits und die Landeswappen andererseits. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Kreis der Wappenfähigen, die ein eigenes Wappen führten, immer größer. Außer dem höheren und niederen Adel durften Kirchen­fürsten, ratsfähige Bürger und vor allem Körperschaften wie Länder, Städte, Stifte, Klöster, Zünfte us,w. Wappen haben. Zusammenfassend läßt sich sagen: Wappen sind festgelegte Bildformen, die Personen oder Körperschaften als ihnen eigentümliche bleibende Abzeichen zu führen berechtigt waren.

Wie sieht nun ein Wappen aus, nach welchen Regeln ist es gebildet? Die einfachste Wappenform ist ein einfarbiger Schild. Fast immer ist das Wappen jedoch mehrfarbig, und zwar so, daß das Schildfeld durch Linien in mehrere verschiedenfarbige Teile aufgeteilt ist, oder so, daß farbige Bilder in den Schild hineingesetzt sind. Im ersten Falle spricht man von Heroldsfiguren, im anderen Falle, der der weit häufigere ist, von Gemeinen Figuren. Diese sind der Natur oder menschlichen Kulturschöpfungen ent-

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