Schweiz“ wandert. Wenn man dann den bizarren Wendungen des Stepenitz- laufes folgt, seine Angel mit einem am Wehr gefangenen Gründling be- ködert, sie am „Stillen Winkel“ dem dort lauernden Hecht darbietet, dann erlebt man Naturschönheiten, wie sie uns das Thüringer Land oder Sachsen nicht besser bieten können.
Der Räuber Esox, der die vor Jahresfrist ausgesetzten Forellen zehntete, kann endlich nach hartem Kampf mit gesplißter Rute ühd der bewährten Stationärrolle überwunden und gelandet werden. So sind denn in den letzten Jahren von unseren Sportanglern Exemplare von stattlicher Größe und Gewichten bis zu 17 Pfund auf der Strecke Badeanstalt Perleberg bis nach Kreuzburg hinauf gefangen worden.
Aber nicht nur den Räubern des nassen Elementes galten unsere Frühwanderungen, sondern auch alles, was da fleucht und kreucht, zog den Naturfreund in seinen Bann.
So sitze ich eines Morgens an d,er lustig dahinschießenden Stepenitz, baue mir unter einer Kopfweide, die ihre Zweige über das Flußufer ragen läßt, mein Versteck, um das seit mehreren Jahren beobachtete Kleinod unseres Angelgewässers mit der Kamera zu belauschen. Wohl hatte sich der farbenprächtige Eisvogel auf meinen Angeltouren einmal unversehens auf die über den Fluß hinausragende Angelstange gesetzt, um bei dem Anblick der dahinter kauernden Menschengestalt erschreckt pfeilschnell den Fluß aufwärts zu jagen, dabei sein „tiht, tiht, tiht“ hören lassend. Heute will ich ihn ebenso wie den Räuber Hecht überlisten, nicht aber soll es ihm an sein kostbares von „Perlen besticktes“ in den tropischten Farben blau und grün schillerndes Federkleid gehen, das ihm oftmals an Setzteichen wegen einiger kleiner gefangener Fischchen durch aufgestellte Tellereisen sein Leben kostet. Ich könnte ihm seines Freiflscherturhs wegen kein Leid antun, denn dazu habe ich ihn viel zu lieb. Nein, nur das große Auge der Kamera lauert neben dem Beobachter im Versteck geduldig auf ihn, bis er sich im Glanz der rosarot aufgehenden Sonne in majestätischer Schönheit durch mein Guckloch präsentiert.
Ja, wenn ihr nun, liebe Leser, denkt, daß es so einfach ist, eine Naturaufnahme von diesem kleinen blitzschnell den Bach oder Fluß aufwärts ziehenden Gesellen zu erlangen, so irrt ihr euch. Stundenlanges Ausharren im gut getarnten Versteck gehört dazu, um auf den Ruf dieses immerhin seltenen Freifischers unserer Gewässer zu lauschen und ihn dann plötzlich vorbeijagen zu sehen und erneut auf den Moment zu warten, bis er sich dort hinsetzt, wo das Kameraauge auf ihn gerichtet ist. Wohl entschädigt das geduldige' Ausharren, ungeachtet der vielen Mückenstiche, durch mancherlei Nebenbeobachtungen, wie des plötzlichen Besuches einer Schar Schwanzmeisen oder eines Eichelhähers, der wie immer neugierig das Versteck genauestens nach etwas Genießbarem untersucht. Oder es stellt sich die im vorjährigen Fallaub raschelnde Brandmaus ein, die sich die
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