Erste Hälfte des 19.-Jahrhunderts ,
Um 1800 erscheint ein Siegel, das dem früheren mit der Jahreszahl 1638 nachgebildet ist. Der Schild ist etwas größer und nicht zu seinen Gunsten verändert, der unveränderte spitzige Perlenstem ist kleiner und steht dadurch in einem Mißverhältnis zur kahl wirkenden Schildfläche; die Umschrift ist jetzt deutsch (Abb. 5 rechts). Wenig später taucht das in Abb. 6 oben dargestellte Gebilde auf, das lange in Gebrauch war. Unter einem sechsteiligem Stern mit Punkten statt der Perlen und mit der Jahreszahl 1809 steht in schräggestellter Altschrift (Kursiv): Siegel der Stadt Perleberg. Aber hier liegt kein Siegel, sondern der erste Farbstempel mit dem Stadtwappen vor. Beim Siegelstempel oder Petschaft wird die vertieft eingeschnittene Zeichnung in eine weiche Masse, Wachs oder Siegellack, eingedrückt; beim Farbstempel wird das erhaben gearbeitete Bild mit einem Farbstoff dem Papier aufgedrückt. Sowohl Siegel wie Stempel wurden in der Folgezeit bis auf den heutigen Tag außer vom Magistrat auch von anderen städtischen Dienststellen und Einrichtungen geführt. Die verwendeten Wappenbilder waren sehr unterschiedlich und zeigten alle bisher aufgetretenen Abweichungen von der Stammform, neue Abänderungen traten aber nicht mehr hinzu. Siegel sind vorhanden von der Kämmerei, der Polizeiverwaltung, der Bürgergarde, der Schulkommission, der Realschule und dem Realgymnasium. Stempel, anfangs Metallstempel, später die heutigen Gummistempel, benutzten die Bürgergarde, die Ratswaage, die Schulen, die Sparkasse und andere. Eine Auswahl von ihnen zeigt in
Abb. 6. Stempel des 19. und 20. Jahrhunderts
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