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Der Leipziger Berg ist eine Anhöhe, die von der Pritzwalker Chaussee sanft nach Norden gegen ein Flüßchen, das durch ein Wiesental rinnt, abfällt. Schon 40 Meter vom Rande des Flüßchens hatten sich die ersten beiden Urnen gezeigt. Die Hauptstelle fand sich aber auf einer terrassenähnlichen Abstufung des Berges, die von der ersten Stelle über 200 Meter südwestlich gelegen war. An dieser Stelle, die die meiste Ausbeute versprach, hatten wir beschlossen, die Grabung fortzusetzen. Unterhalb der kleinen Terrasse fand sich eine weite Mulde. Hier war ehemals eine Kiesgrube in Benutzung gewesen und aus jener Zeit mochte noch die Ueberlieferung stammen, es seien hier schon früher Urnen gefunden worden. Der Boden besteht aus Geschiebesand und einer Humusschicht darüber.
Wir begannen die Ausgrabung mit dem Abtragen der Erdschicht auf einem von Ost nach West gezogenen Streifen nahe dem Terraffenrande. Doch
Wie die iirnen in Steine gepackt ans schwarzer Branderde stehen.
konnte die Stelle nur in etwa 20 cm Tiefe freigelegt werden. Dann begann bereits eine unregelmäßige Pflasterung aus größeren und kleineren Feldsteinen. Bei dieser Pflasterung fiel auf, daß sich hie und da ein spitz zugehauener Feldstein schräg daraus hervorhob. Es erwies sich später, daß wir in Nähe eines solchen Males fast immer auf eine Grabstelle rechnen konnten. Die Pflasterung war nun durchaus nicht gleichmäßig über das ganze Stück verteilt, sie unterschied sich sehr in ihren Tiefenverhältnissen und war auch mitunter durch einen schmalen Streifen ganz unterbrochen, sodaß es fast den Eindruck erweckte, als ob die einzelnen 'Grabstellen in Gruppen zusammengefaßt wären. Auch wich die Art, wie die Urnen in die Erde gestellt waren, untereinander ab. Die Mehrzahl von ihnen stand auf einem flachen Standstein, der für diesen Zweck zugehauen war. Doch gab es auch solche, die lose in den Kies gestellt waren. Auch fanden sich Urnen, die ganz in fette, schwarze Branderde gestellt waren, neben solchen, die nur in Hellem Sand oder Kies standen. Ja. dreimal ließ sich beobachten, daß zwei so verschieden behandelte Urnen sich paarweise neben einander fanden. Die Steinpackung ließ sich stellenweise bis zu einer Tiefe von 80 cm Nachweisen. Als ganz besonders merkwürdig ist eine Art Steinmal zu erwähnen, das sich pyramidenförmig zugespitzt erhob und von drei Seiten in einer Tiefe