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Zeit stammt auch wohl das Gröper Tor. Daß der Bischof trotzdem aber für Wittstock noch immer viel tat, liegt wohl daran, daß er in Wittstock unumschränkter Herr war. Dies war er in Havelberg nicht, denn die Stadt gehörte dem Markgrafen von Brandenburg, auch stand er dauernd im Kampf mit dem Domkapitel. Etwa um das Jahr 1270 scheint der Bischof dauernd nach Wittstock übergesiedelt zu sein. Daß Wittstock trotz der Förderung durch den Bischof nicht so aufblühte, wie etwa Perleberg, liegt wohl einzig und allein an der Lage der Verkehrswege. Die Wurzeln des jetzigen Zustandes reichen weit zurück in die Frühzeit, und es ist die Hauptaufgabe der landesgeschichtlichen Vereine, diese Wurzeln weiter auszugraben.
Reicher Beifall lohnte die Ausführungen des Referenten, und die gespannte Aufmerksamkeit während des ganzen Vortrages mag ihm bewiesen haben, daß sein Thema in dankbare Herzen gefallen ist und manchen Widerhall erweckt hat und noch erwecken wird. Nachdem Herr Pastor Schmidt-Dahlhausen den Dank des Museumsvereins ausgesprochen hatte, wurde die Versammlung geschlossen.
Die Sitzung des für die archäologische Landesaufnahme gebildeten Arbeitsausschusses fand am 3. Januar in Heiligengrabe statt. Herr Landrat Egidi teilte hier mit, daß der Kreisausschuß die Mittel für die archäologische Landesaufnahme bewilligt habe und daß Herr Matthes zu ihrer Durchführung vom Kreise angestellt werden solle. Herr Matthes ist unseren Museumsmitgliedern durch seine Ausgrabung in Kyritz und durch seinen Beitrag im letzten Museumsheft wohlbekannt. Er ist auch noch dadurch mit unserem Museum verknüpft, als er die Ausgrabungen von Dahlhausen und Kuhbier in'seiner Doktorarbeit behandelt, und als er auch die wissenschaftlich so wertvollen Ergebnisse der Ausgrabungen von Paul Quente bearbeiten und auch herausgeben wird. Auch dieses neue Heft bringt einen Beitrag aus feiner Feder. Wir hoffen auf ein ergebnisreiches Zusammenarbeiten, und der Museumsverein wird zur Förderung der wichtigen Arbeit tun, was in seinen Kräften steht, und bittet auch seine Mitglieder darum.
An Geschenken erhielt das Museum im Laufe des Winters von Herrn de Gruyter-Bantikow das Reallexikon für Vorgeschichte, herausgegeben von Qr. Ebert aus Königsberg, das in Lieferungen erscheint. Dieses Werk ist ein unentbehrlicher Bestandteil einer Museumsbücherei, und wir sind Herrn de Gruyter für seine hochherzige Schenkung zu großem Dank verpflichtet. Herr Wilhelm Hartmann aus Jakobsdorf schenkte einen Bronze-Ohrring, der mit einer ornamentierten Perle geschmückt ist und von einem bei Jakobsdorf befindlichen. Urnenfriedhof stammt, den er uns zugleich zur Meldung brachte. Herr Lehrer Busch aus Wulfersdorf stellte uns ein Steinbeil zur Verfügung, das aber noch nicht abgeholt werden konnte. Herr vr. Hoppe, Berlin, schenkte das mit zwei Kupfertafeln geschmückte Büchlein des Predigers Hindeuberg, Denkwürdigkeiten von Heiligengrabe, 1782. O. F. Gandert aus Berlin schenkte den Heimatkalender für den Kreis Friedeberg N.-M., der neben zahlreichen anderen heimatkundlichen Beiträgen einen Aufsatz von ihm über das Woldenberger Bernsteinpferd bringt. Auch Herr Gandert ist unseren Mitgliedern durch seinen Vortrag über die Herkunft unserer Haustiere bekannt. Allen Gebern sei hierdurch herzlichst gedankt.
Schließlich sei noch erwähnt, welche Neuerwerbungen an Büchern der Museumsverein gemacht hat:
M. Hoernes, Kultur der Urzeit.
Hoernes-Menghin, Urgeschichte der Bildenden Kunst in Europa.
A. Heilborn, Der Mensch der Urzeit.
H. Schmidt, Vorgeschichte Europas.
E. Jung, Germanische Götter und Helden in christlicher Zeit.
E. Schuchhardt, Die frühgeschichtlichen Befestigungen in Niedersachsen.
Landeskunde der Provinz Brandenburg, Bd. 1 und 4.
Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte.
K. Hucke, Die Sedimentärgeschiebe des norddeutschen Flachlandes.