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ist. Danach gab die Schriftführerin, Stiftsdame von Goddenthow, einen kurzen znsammenfassenden Ueberblick über das, was der Verein in diesem Jahre geleistet hat Unseren Mitgliedern ist darüber in den Mitteilungen regelmäßig Bericht erstattet. Hierauf wurde für Herrn Lehrer Krüger, der von Heiligengrabe versetzt ist, sein Nachfolger, Herr Lehrer Richter, zum 2. Schriftführer gewählt.
Danach wurde den Anwesenden Mitteilung gemacht, daß sich in der naturwissenschaftlichen Sammlung des Museums eine überaus wichtige Versteinerung befunden hatte, die der geologischen Landesanstalt zur Begutachtung zugestellt worden war. Die Einzigartigkeit dieses Stückes — es handelt sich wahrscheinlich um die Reste eines Ringelwurms in skandinavischem Skolythussandstein aus dem Kambrium, die in so alten Schichten noch nicht festgestellt worden sind. — Diese Einzigkeit also hat die geologische Landesanstalt veranlaßt, um Ueberlassung des Stückes für wissenschaftliche Untersuchung und Verarbeitung zu bitten. Die Mehrzahl der Versammlung teilte den Standpunkt, daß ein so seltenes Stück der Wissenschaft angehöre und für ihre Zwecke zur Verfügung zu stellen sei. Die letzte Entscheidung in dieser Frage liegt bei der Stiftsverwaltung, doch mußten unsere Mitglieder um ihre grundsätzliche Zustimmung zur Entfernung des Stückes befragt werden. Von der geologischen Landesanstalt ist unserem Museum eine Nachbildung des Stückes zugesagt, und eine sachverständige Ergänzung unserer bisher vom Zufall zusammengetragenen Sammlung von Versteinerungen.
Damit war der geschäftliche Teil beendet und die Vorträge begannen. Herr Dr. Matthes gab mit zum Teil neuen, sehr schönen Lichtbildern einen Ueberblick über die Vorgeschichte unserer Heimat, soweit sie sich dem Auge des Forschers bisher erschlossen hat, und fügte kurze Mitteilungen hinzu über die bisherigen Ergebnisse der archäologischen Landesaufnahme. Unsere Mitglieder finden seinen ausführlichen Bericht über mittelalterliche Dorsstellen in diesem Heft. Zum Schluß sprachHerr Dr. von Dallwitz-Tornow über die Zechliner Glashütte und hatte neben schönen Lichtbildern noch eine Anzahl wertvoller Stücke jener Knnstindustrie aus eigenem Besitz für die Zuschauer mitgebracht, die das gesagte in bester Weise erläuterten und dem Verständnis näher brachten. Die spärlichen Spuren eigener Kunstübung in der Mark verdienen unsere volle Aufmerksamkeit. Durch beide Vorträge war ein gewaltiges Stück Heimatgeschichte für die Zuhörer lebendig geworden, und wir danken beiden Rednern auf das herzlichste
Dieses Heft soll in den Weihnachtstagen versandt werden. So sind ein paar alte noch wenig bekannte Weihnachtslieder an seine Spitze gestellt. Mit seinem reichen Bilderschmnck und dem, was es sonst enthält, wird es unseren Mitgliedern in der winterlichen Ruhezeit hoffentlich ein willkommener Gefährte sein.
A. v. A.