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3 Ergebnisse
Insgesamt wurden in Brandenburg in den Jahren 2015 und 2016 rund 350 Reviere der Haubenlerche gemeldet( Tab. 1).
Aussagekräftiger als Zufallsbeobachtungen sind die Ergebnisse systematischer Erfassungen in größeren Landschaftsräumen( Tab. 2).
Die großflächige Siedlungsdichte über alle Probeflächen liegt bei 2,4 Rev./100 km², schwankt regional aber stark. Während in Südost- Brandenburg große Flächen nicht oder kaum mehr besiedelt sind, liegt die Dichte in der Probefläche Niederer Fläming/ Luckenwalde bei 9,1 Rev./100 km², im besonders dicht besiedelten südlichen Teil dieser Probefläche( 540 km²) sogar bei 15,1 Rev./100 km²( Abb. 2). In den insgesamt 9663 km² erfasster Fläche sind rund 44 km² Fläche im Land Sachsen- Anhalt( Kreis Wittenberg) enthalten, in denen fünf Haubenlerchen- Reviere festgestellt wurden. Die verbleibenden 9619 km² machen 32,8% der Gesamtfläche des Landes Brandenburg aus. Eine Hochrechnung für Brandenburg ergibt damit einen Bestand von 680 Revieren vorausgesetzt die durchschnittliche Bestandsdichte in den nicht kontrollierten Landschaftsräumen entspricht derjenigen der Kontrollflächen, was allerdings nicht sicher ist.
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Wie sich gezeigt hat, geben Zufallsbeobachtungen nur wenige Hinweise auf besiedelte Gebiete, wohl weil potenzielle Haubenlerchen- Brutplätze im ländlichen Raum von Ornithologen selten aufgesucht werden. Nach den Ergebnissen der Erfassung 2004 ( MÄDLOW& RUDOLPH 2008) und der Atlaskartierung ( RYSLAVY et al. 2011) wären vor allem in den Kreisen Elbe- Elster, Havelland und Prignitz noch mit erheblichen Vorkommen zu rechnen. Aus diesen Gebieten fehlen aktuellere systematisch erhobene Daten.
Ein Vergleich von Probeflächen, die sowohl in den Jahren 2004 als auch 2015 erfasst wurden, zeigt eine weitere drastische Abnahme von durchschnittlich 68%( Tab. 3). Insbesondere die südöstlichen Gebiete Brandenburgs wurden in wenigen Jahren von der Haubenlerche bis auf wenige Restvorkommen weitgehend geräumt. Das Erlöschen des Bestandes steht in dieser Region unmittelbar bevor oder ist vielleicht zwischenzeitlich schon erfolgt.
Otis 27( 2020)
Tab. 1: Gemeldete Haubenlerchen- Reviere 2015/16 bei Wertung der höchsten pro Ort angegebenen Revierzahl. Berücksichtigt sind sowohl systematische Erfassungen als auch Zufallsbeobachtungen.
Crested Lark territories reported in 2015/16 with an evaluation of the highest recorded territory number per location. Both systematic counts and random observations are taken
into account.
Stadt/ Landkreis Brandenburg a. d. H.
Cottbus
Frankfurt/ Oder
Potsdam
Barnim
Havelland
Anzahl Reviere 2015-2016
5
5
0
5
1
Elbe- Elster
1
Dahme- Spreewald
39-42
19
Märkisch- Oderland
24
12
Oberspreewald- Lausitz
5
Oder- Spree
9-10
13
Potsdam- Mittelmark
41-43
9
2
107
52
349-355
Oberhavel
Ostprignitz- Ruppin
Prignitz Spree- Neiße Teltow- Fläming
Uckermark
Summe
Die Aufschlüsselung der Brutplatztypen( Tab. 4) ist zwar nur bedingt für Vergleiche mit der Situation 2004 geeignet, weil die Probeflächen nicht identisch sind. Es zeigt sich aber, dass die Vorkommen sich aktuell auf Stallanlagen konzentrieren. Wohngebiete spielen praktisch keine Rolle mehr, entsprechende Vorkommen in den Städten sind weitgehend erloschen. Unter„ Sonstiges“ sind überwiegend mit landwirtschaftlicher Nutzung zusammenhängende Standorte wie Biogasanlagen oder Lagerplätze, vereinzelt auch Solaranlagen erfasst.