Heft 
(1937 - 1938) 1
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Wir stehen also hier einem überaus reich ausgestatteten Grabe einem Frauengrabe gegenüber. Der ganze Fund gehört zu dem schönsten, was unser Museum enthält. Bemerkenswert ist auch die wundervolle, tief dunkelgrüne, glänzende Patina der Stücke.

Dieser herrliche Fund lenkt die Aufmerksamkeit wieder auf die so eindrucksvolle Hügelgruppe von Zaatzke ans und um den Papenberg. Sie wurde zuerst von Paul Quente entdeckt und in ihrer Bedeutung gewürdigt. Er erkannte, wie das mächtige, einsame Grab auf dem in das Land gestreckten Hügelrücken zu den im Umkreis liegenden Hügelgräbern in Beziehung stand und erlebte mit seinem Künstlerauge und Künstlerherzen die ernste Schönheit dieser in die Landschaft so bedeutungsvoll eingefügteu Gräber der Vorzeit. Auch nach seinem Tode ist diese Hügel­gruppe von unserem Museum nie außer acht gelassen worden. Wem ein Begriff von der feierlichen Schönheit solch alter Hügel­gräber vermittelt werden sollte, wurde zum Papenberg geführt, für Tagungen wissenschaftlicher Gesellschaften wurde er als Aus­flugsort gewählt. Niemals versagte der Eindruck. Immer fühlten die Besucher, daß sie an geweihter Stätte standen. Auch der Altmeister Kossinna ist in dem Sommer vor seinem Heimgang hiergewesen und hat von dem Hügel aus das ernste Land­schaftsbild mit Ergriffenheit in sich ausgenommen.

Unser Museum erhielt aber bald Anlaß, sich noch eingehender mit dieser Hügelgruppe zu beschäftigen. Die Achtlosigkeit, mit der bei der Ackerbestellung verfahren wurde oft schien solch ein Hügel nur gut als Ablagerungsstelle für Steine und Ge-

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Abb. 3. Hügelgrab beim Papenberg.