Heft 
(1937 - 1938) 1
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solche kommt in ihrem gesamten Kulturinventar zum Ausdruck und damit ist auch eine geistige Verbindung zuzugebeu.

Nun wissen wir aber aus der schriftlichen Ueberlieferung der späten Germanen, daß die Toten auf einem Schiff, Naglfar,

ins Jenseits gelang­ten, und auch die Gräber der Wikin­gerfürsten, deren be­rühmtestes das Ose- berggrab ist, be­glaubigen diese Nachrichten. Doch einmal ist ans einem wikingischenRunen- stein von Okelbosten das Totenschiff wie­dergegeben, das ans Ro llen gesetzt ist und von einem Pferde gezogen wird, da­neben der Welten­oder Lebensbaum mit dem Vogel, ein Sinnbild, das ganz.

besonders in der Volkskunst unserer Tage lebendig ist. (Äbb. kl). Und hier, im Brauchtum der Gegenwart, ken­nen wir auch diese seltsame Verbin­dung von Schiff und Wagen oder Schlitten in der Fasnacht Süd­deutschlands.

* ^ ° / EineNachricht des

c. Tacitus zeigt, das;

Abb. 11. Wikingischer Runenstein von Okelbosten. derWagenanchGöt-

terwagen sein kann

lNerthusumfahrt), und der zweirädrige Wagen von Trundholm, der eine Sonnen- und Monddarstellung trägt, beweist ähnliches.

Es scheint aus dem bisher Gesagten zu folgen: Die see­fahrenden Nordgermanen glaubten an die Fahrt des Toten ans