Heft 
(1937 - 1938) 1
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erhalten gesucht, ebenso wie in den Versammlungen, aber das ist doch immer etwas anderes, wie ein Rechenschaftsbericht vor dem ganzen Kreise unserer Mitglieder. Diese Lücke soll nun ausgefüllt und über das in Jahren geleistete berichtet werden.

Zunächst soll ein Wort über die Umgestaltung der Räume gesagt werden. Sie stehen unter dem ZeichenLos vom Schrank", bedeuten aber erst einen Anfang, die ersten Schritte auf einem Wege, der zu einem lebendigen Erlebnis der Vergangenheit führen soll. Beginnend in der Steinzeit haben wir Lebens­bilder in Nachbildungen hinzustellen versucht. Ein Backofen ist anfgebaut worden, wie er schon in der indogermanischen Zeit in den Häusern üblich gewesen ist, von Ruten geflochten, von innen und außen mit Lehm bestrichen. So stand er in jedem der wohnlichen Rechteckhäuser, außer dem Herde und neben allen benutzten Holzgeräten sind sogar die Brote noch erhalten, die, vollkommen aschenfrei, in der Zusammensetzung an das heutige Knäkebrot erinnernd, in diesen Oefen gebacken wurden. Diese Funde entstammen nicht der Prignitz. Unser Sandboden hat nicht die bewahrende und erhaltende Kraft wie Wasser und Moor, aber es waren nordische Stämme, die, ihr Kulturgut mit sich führend, an den Bodensee gewandert waren, wo diese Funde gemacht wurden. Wir dürfen deshalb für die Bewohner der Prignitz das gleiche Kulturgut voraussetzen, umsomehr, als die Moore Norddeutschlands schon so manchen wichtigen Fund bewahrt haben, wie den Dolch von Wiepenkathen aus dem Moor von Stade, den unser Museum auch in einer Nachbildung besitzt und der einen der auch bei uns so häufig gefundenen schönen Feuersteindolche geschäftet, in wundervoller Lederscheide und mit Lederriemen erhalten zeigt.

In der Urgermanenzeit (Bronzezeit) finden wir eine Schlaf­kammerecke eingerichtet. Das aus schweren Eichenbohlen er­richtete Bett ist mit Stroh gefüllt und niit einer Leinendecke bedeckt. Die Felle, die nicht gefehlt haben werden, sollen erst noch beschafft werden. An der Wand hängen die Waffen, Lanze und Streitaxt, und neben dem Bett stehen die schönen mit Leder bespannten Klappstühle, wie sie in nordischen Gräbern gefunden wurden. Auch die Nachbildung eines Hakenpfluges mit der Vorrichtung zum Tiefer- und Höherstellen fehlt nicht, und daneben die Gruppe eines Pflügers mit Ochsengespann, wie sie uns in den schwedischen Felszeichnungen erhalten ist. Daneben aber finden sich auch Nachbildungen von Bronzen. Wir sehen, wie Waffen und Geräte zur Zeit ihres Entstehens wirkten, das gelbe, schimmernde Metall. Auf diese Weise können wir unseren Be­suchern auch das schöne Schwert von Kuhbier zeigen, das seinerzeit