Heft 
(1939 - 1940) 1
Seite
42
Einzelbild herunterladen

42

«

wir sie auch noch als Großsteingräberleute, weil sie die An­gewohnheit hatten, ihre Toten in großen Steingräbern beizu­setzen. Die meisten dieser Gräber sind im Laufe der Jahr­tausende zerstört worden, nur eins hat sich in dieser Gegend erhalten: Mellen im Kreise Westprignitz. Diese Nordleute, wie sie auch noch nach ihrer Herkunft genannt werden, gebrauchten den Dolch, den Speer, Pfeil und Bogen und endlich die ge­fürchtete Streitaxt. So erzählt uns die Axt, daß in der aus­gehendenDolmenzeit" und in der beginnendenGanggräber­zeit", also 3000 Jahr vor Beginn unserer Zeitrechnung, die

Abb. 2. Die Knaufhammeraxt von Dossow.

4

ZWO

' 7 ^,^

Nordleute in der Prignitz festen Fuß gefaßt hatten. In Dänemark ist nämlich diese Axtform in Dolmen mit dünn­nackigen Feuersteinbeilen gefunden worden und in der Nähe von Warschau mit einer Krageinlasche zusammen in einem sogenannten kujavischen Grab. Kujavien ist die fruchtbare Landschaft bei Hohensalza im Warthegau. Die zahlreichen dortigen Gräber sind verwandt mit den Großsteingräbern Jütlands, Südschwedens, Mecklenburgs und Nordbranden­burgs, bei ihnen ist der Grundriß mehr dreieckig, während er sonst meist rechteckige Form hat. Der Grabinhalt, der aus Trichterrandbechern, Kragenslaschen und auch gewissen Kugel­amphoren besteht, läßt noch stärker eine Verbindung mit dem