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S heit in diese Natureinheit hinein und achten auf den Pulsschlag seiner Tätigkeit! So gewinnen wir die Bausteine zu einer I geographisch-geschichtlichen Siedlungskunde, bei der Heimatboden r und Mensch in ihrer nicht zu trennenden Wechselwirkung zu klarster Darstellung kommen.
Bausteine dazu jedoch lassen sich neben noch erhaltenen und deutbaren Boden-, Besitz- und anderen gegenständlichen Ueber- resten in besonderem Maße durch eine intensive Urkundenforschung gewinnen. Wohl wurden im verflossenen Jahrhundert durch bekannte Forscher, wie Riedel, Bratring, Berghaus, Beckmann, Opalinsky u. a., dem Fernerstehenden unsere größeren Archive erschlossen. Was jedoch z. B. noch im Geh. Staatsarchiv/Dahlem an nicht veröffentlichtem Urkundenmaterial über unsere Dörfer und Städte vorhanden ist, führt erst in die Einzelheiten und Feinheiten der Geschichte der Heimat hinein. — Wesentlich für die Erfassung der Flurnamen sind die Karten der Katasterämter und Archive. Da der Volksmund sehr viele Namen gänzlich ändern kann, bedarf ein ernst zu nehmender Deutungsversuch unbedingt der Heranziehung aller zur Verfügung stehenden Quellen. Wie auch bei der Schreibweise der Siedlungen kommt es hier darauf an, die Urform des Namens zu finden. Da ist z. B. für ein heutiges Ackerstück auf einer ehemals wüsten Feldmark der Name „Dampen" überliefert. Niemand im Dorf kann den Ausdruck erklären, die Sage hat sich seiner bemächtigt und — bereits im vorigen Jahrhundert, dies ist sogar gedruckt worden — ihn mit der dampfenden Höllenfahrt des Teufels mit einem Ortseinwohner in Verbindung gebracht. Die Katasterkarte verzeichnet dagegen „Damke-Stücken", eine Grundrißkarte von 1700 im Geh. Staatsarchiv bringt daneben noch „Das Eychholtz, die Höltzke-Stücken, die Eschenbüsche, bewachsen Land" u. a., so daß mit größter Wahrscheinlichkeit dam Eiche zu setzen ist, demnach Damke-St. — kleine Eichenstücke.
Was neben der Erforschung von Besitztum und Familie noch von Wert für eine siedlungskundliche Aufgabe ist, muß in irgendeiner Form (Beschreibung, Vermessung, Bild, Film) der Nachwelt überliefert werden. Alte Haus- und Gehöftformen, technische Kulturdenkmale (vgl. Brandenburgische Jahrbücher, Heft 5/6, doch ist das Verzeichnis noch nicht vollständig!), Wüstungen jeglicher Art: Ziegeleien, Hütten, Teeröfen, alte Wegebanten können oftmals nur durch die Mitarbeit einer größeren Anzahl Heimatkenner erfaßt und vor einer oft unnötigen Vernichtung bewahrt werden.
In diesem Zusammenhang soll ein Werk nicht unerwähnt bleiben, das uns die Heimat „sehen" lassen will: „Deine deutsche Heimat", herausgegeben von Dr. Adolf Junge. Deck-