Heft 
(1939 - 1940) 1
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Amt für Vorgeschichte beim Reichsleiter Rosenberg". Nach dieser Planung sollen unserem Volke und insbesondere unserer Jugend Achtung und Verehrung der Ahnen eingeprägt, soll den stummen Zeugen der Vorzeit mit Liebe begegnet werden, sollen wir zu der Erkenntnis kommen: Noch heute fließen aus der Vorgeschichte die Kraftströme zur Gestaltung der Gegenwart.

Als Literaturangabe für alle Freunde der deutschen Vor- und Frühzeit sei aus der großen Schriftenzahl noch hingewiesen auf die jetzt im fünften Jahr erscheinende Monatszeitschrift für deutsche VorgeschichteGermanen-Erbe"; ferner auf die Schriften der Leiterin des Museums Heiligengrabe Frl. A. v. Auerswald: Was müssen wir von der deutschen Vorgeschichte wissen?", Björn",Sonnwill" (im Verlag Meinhold/Dresden), dann die vom Reichsbund für deutsche Vorgeschichte preisgekrönte ErzählungDie ewige Ordnung", Germanenleben in der Bronzezeit (Junge Generation Verlag/Berlinj. Stärkstes Ein­fühlungsvermögen in das Seelentum germanischer Menschen hervorgerufen durch die jahrzehntelange, liebevolle Arbeit und Hingabe an Boden und Vorgeschichte der engeren Heimat hat unsere Schriftstellerin befähigt, den soweit zurückliegenden Stoff uns greifbar nahe zu bringen. Wir spüren, wie die Höhen und Talauen, die Felder und Wälder der Prignitz im lichten Schein des Frühlings, in sommerlicher Reife, in der Buntheit des Herbstes, in winterlicher Weiße und Erstarrung sich mit Gestalten einer längst versunkenen Zeit beleben und mächtig zu uns sprechen von hoher Art und Gesittung.-

Die Geschichte unserer Heimatlandschaft läßt sich wohl in großen Zügen an den großen Geschehnissen der Jahrhunderte ausrichten. Durchblutet wird der , umfassende Geschichts­rahmen aber erst, wenn für einzelne Landschaftsteile, z. B. unsere Dörfer, auf geographischer Grundlage der s i e d I u n g skund- liche und bevölkerungsgeschichtliche Abriß dargestellt wird. Gerade von solchem Gesichtspunkt aus ergibt sich dem aufmerksamen Durch­forscher der Heimat, daß erst nur die Ansätze für ein ganz­heitliches Schauen der Heimat vorhanden sind, die für eine zukünftige Arbeit immer mehr an Gestalt gewinnen müssen. Geologische und weitere bodenkundliche Erforschungen, biolo­gische und klimatologische Beobachtungen sind unerläßlich, um den Boden zu schaffen, auf dem wir dann zur Erarbeitung des Wechsels von der Natur- zur Kulturlandschaft weiter aufbauen (Herstellung der Urlandschaft durch Abgrenzung der vor-, bzw. geschichtlichen Wohnräume, Dorf- und Flurnamen in rechter Beziehung und Deutung, Flurkarten nach 1648). Und dann stellen wir den bodenständigen Menschen mit seiner jahrhunderte­langen bäuerlichen, bürgerlichen oder handwerklichen Vergangen-