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Verweilen wir zunächst bei der deutschen Vorgeschichte! Ihr Arbeitsbereich umfaßt bereits viele Jahrtausende. Obgleich schon vor nunmehr 14 Jahren durch eine intensive Bearbeitung aller Feldmarken (archäologische Landesaufnahme von Prof. Dr. W. Matthes) eine Fülle von Bodenaltertümern festgestellt wurde, schenkt uns unsere Ostprignitzer Erde Jahr um Jahr immer neue Funde. Beim Pflügen auf dem Felde/ beim Roden im Walde, bei Bauten und weiteren Kulturarbeiten, bei Moorabfuhr und auf dem Gelände der Autobahnen kommen wieder und wieder neue Fundstellen zu Tage, deren Vorhanden- s sein unbedingt den zuständigen Stellen gemeldet werden muß, ' damit die Lücken auf unseren Fundkarten ausgefüllt werden.
' Nur so erweitert sich das Geschichtsbild über unsere Vorfahren zu einem geschlossenen Ganzen, erhalten wir einen tieferen Eiw " blick in die Gesetze des Handelns unseres Volkes. Der Stand der modernen Ausgrabungs- und Untersuchungstechnik macht eine gute und genaue Bodendenkmalspflege doppelt notwendig. Ist es doch möglich, aus noch so unscheinbaren Resten an Scherben und metallenen Gegenständen mit Hilfe des Mikroskopes und des Reagenzglases z. B. Nahrungsmittel und Stoffe nachzuweisen. Die Lagerung von Holz in der Erde, ja sogar die Lage von menschlichen Weichteilen in Grabstätten ist bestimmbar. Daraus geht hervor, daß neue Fundstätten bis zur wissenschaftlichen Erforschung unberührt bleiben, aber bereits vom Laien die von ihm zunächst zu beobachtenden Fundumstände beachtet werden müssen. Es ließe sich noch viel über die Beobachtung vorgeschichtlicher Fundplätze sagen, hier I sei hingewiesen auf das „Merkheft zum Schutz der Bodenalter- Ä tümer", herausgegeben vom Reichs- und Preußischen Ministerium Z für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung.
Damit weiteste Kreise der Bevölkerung für die deutsche I Vorgeschichte gewonnen und ihnen entsprechende Kenntnisse H vermittelt werden, ist im Dezember 1938 auf der Gauschulungs- H bürg II in Hohenlychen die „Gauarbeitsgemeinschast für Vor- H geschichte in der Mark Brandenburg" gegründet worden. In Z den einzelnen Kreisen entstehen die Kreisringe, — Träger in ^ der Ostprignitz das Heimatmuseum Heiligengrabe, vgl. die Auf- Z gaben des Heimat- und Museumsvereins! —in denen sich die - Interessierten zusammenschließen, um den vorgeschichtlichen Stoff zu erarbeiten, zu sichten und nach völkischen und rassischen Gesichtspunkten auszuwerten. Auf diese Weise werden wichtige Grundlagen für die weltanschauliche Schulung geschaffen. Sie können nutzbar werden in der Parteischulung und als Schulung für die Jugend im Rahmen der Kreissachbearbeitung im NS.- Lehrerbund. Die inhaltliche Ausrichtung geschieht durch das