Heft 
(1939 - 1940) 1
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Die Knaufhammeraxt von Dossow ist also von größter Bedeutung für uns. Sie hat, was noch erwähnt werden muß, eine gewisse Aehnlichkeit mit der bei W. BohmDie Vor­geschichte des Kreises Westprignitz" Tafel 10,6 abgebildeten Knaufhammeraxt von Haaren. Sie ist nur besser durchgearbeitet und läßt ein feineres Formgefühl erkennen. Beide sind Zeugen der ersten großen Wanderung der Nordleute. Sie verkünden mit den Beginn der Geschichte Europas.

Die fjeimatforschung im Dritten Deich.

Von Erhard Müller.

Die Erforschung und geistige Durchdringung der Heimat als kleinste Einheit und Lebensgemeinschaft im Volksraum gehören zu den Aufgaben, die nicht nur äußerlich reizvoll sind und dem Beobachter und Bearbeiter reichlich inneren Gewinn bringen, sondern die nun anch endlich mit der so bekannten deutschen Gründlichkeit in Angriff genommen und vor allen Dingen zu Ende geführt werden müssen. Gerade unsere Prignitz hatte zwar schon in einer Reihe von Jahren vor dem Weltkrieg frucht­bare Ansätze zu verzeichnen (z. B. Paul Quente und seine Mitarbeiter), die wichtige Erkenntnisse und Erfolge auf allen Gebieten der Heimatkunde in der Prignitz brachten. Seitdem sind die Mitarbeiter der Heimatmuseen (Heiligengrabe, Perleberg, Havelberg) Träger einer Kulturarbeit geworden, welche die Wechselwirkung zwischen Heimat und Mensch aufzeigt und letzten Endes Material zu völkischen Belangen gibt, ohne die wiederum ein Gemeinschaftsleben nicht möglich ist.

Die deutsche Landes- und Volksforschung hat vor allem in ihren Disziplinen der Vorgeschichte, der Geschichte mit der Siedlungskunde und in der Volkskunde eine ungeheure Klein­arbeit zu leisten. Der Appell geht schon seit Jahren und besonders heute man möchte sagen an alle, hier in ihrem bescheidenen Teil mitzuarbeiten. Niemals sind allerdings die Rufe bisher ohne Erfolg verhallt. Wie wäre es sonst möglich gewesen, daß archäologische Landesaufnahmen (Ost- und West­prignitz als erste Kreise in der Mark!) und gewaltige Atlas­werke (Atlas der deutschen Volkskunde, Sprachatlas) hätten durchgeführt werden können? Da sich aber der Heimatboden und der darauf gestaltende Mensch in einer sich immer ändern­den Form befinden, wird es einer dauernden Arbeit bedürfen, um das Antlitz der Heimat erfassen zu können.