85
Bestattung durchgeführt worden ist: auf der einen Seite die strengen Waffenbeigaben, auf der anderen der reiche anmutige Frauenschmuck.
Außerordentlich erfolgreich ist die Mitgliederwerbung, mit der im Sommer 1938 energisch begonnen wurde, gewesen. 68 neue Mitglieder sind in dieser Zeit dem Museumsverein und damit der Museumsarbeit gewonnen. Eine solche ununterbrochene Verjüngung des Mitgliederbestandes ist eine Notwendigkeit, da Wegzug und Tod dauernd die Zahl der Mitglieder verringert. Nun ist der Museumsverein Besitzer des Museums und Besitzer der Sammlungen, er ist also der eigentliche Träger der Museumsarbeit. Als Paul Quente, der Erschaffer unseres Museums und Gründer des Museumsvereins, diesen Weg beschritt, tat er das im vollen Bewußtsein, daß eine Arbeit wie die der Heimatkunde und Vorgeschichte nur Sinn und Bedeutung behält, wenn sie von der Liebe und von der Hingabe der Gesamtbevölkerung getragen wird. Unser Museum gehört der Prignitz, jeder Prignitzer hat Teil an den Werten, die darin erhalten und zum Teil durch die an den Funden geleistete Arbeit erst geschaffen werden. Paul Quente war es gelungen, einen Verein von 1000 Mitgliedern hinzustellen. Von diesem einstmaligen Bestand sind wir noch weit entfernt, aber er ist das Ziel, dem wir entgegenschreiten. Wir verlangen nicht viel von unseren Mitgliedern. Der Jahresbeitrag ist 3 Mark. Dafür hat das Mitglied freien Eintritt in das Museum, das Recht, sich einschlägige Literatur aus der Museumsbücherei zu entleihen, und erhält kostenlos die Mitteilungen des Heimat- und Museumsvereins. Es wird auch immer mehr das Bestreben sein, in den Jahreshauptversammlungen den Mitgliedern in Vorträgen unserer Besten Ziel und Aufgabe unserer Arbeit nahe zu bringen. Wir werden, im Bewußtsein, daß Arbeit für die Heimat zu den vornehmsten Aufgaben unserer Zeit gehört, mit unserer Werbung fortfahren und bitten um offene Ohren und Herzen — und Hände.
Sehr erfreulich hat sich auch die Besucherzahl unseres Museums gehoben. Ein Jahresdurchschnitt von über 3000 Besuchern, von dem fast die Hälfte Einzelbesucher sind, ist für ein ländliches Museum viel. So manches städtische Museum kann sich damit nicht vergleichen. Wir danken diesen zahlreichen Besuch Wohl in der Hauptsache zwei Momenten. Einmal ist unser Museum täglich am Vor- und Nachmittag geöffnet — wochentags von 8—12 und von 14—18, Sonntags von 14—18 Uhr — zum anderen bleibt der Besucher nicht sich selber überlassen, sondern erlebt in einer Führung, die auf seine Fragen Antwort weiß, den klaren Aufbau der Vorgeschichte