86
,
unserer Heimat, wird auf die wichtigsten Stücke gewiesen, sodaß keine Ermüdung gegenüber dem Vielerlei, in dem er sich zurechtzufinden hat, einzutreten braucht. Solch ein Besuch führt dann nicht zu Erschöpfungszuständen, wie so leicht im Museum, sondern zu frischer, reger Anteilnahme.
Das Stift Heiligengrabe ist an und für sich um seiner herrlichen Bauten willen ein Ausflugsort. Anschließend an die Museumssührung erfolgt auf Wunsch jedesmal die Besichtigung der Kirche und der Kapelle. Diese Kapelle aber bietet — auch Dank der durch das Museum geleisteten Arbeit — jedem Besucher Sehenswürdigkeiten, die in ihrer Art Wohl einzig sind, nämlich Stickereien aus dem 13. Jahrhundert von einer Schönheit und einem Wert, wie man sie selten findet. Neben dem Hungertuch und dem Antependium, die schon vor zwei Jahren Aufstellung fanden, ist jetzt eine dritte Arbeit zu sehen, die die beiden anderen noch an Schönheit der Arbeit und stilistischem Reichtum übertrifft. Es ist auch ein für kirchliche Zwecke bestimmtes Tuch, das mit verblüffend lebendigen Fabelwesen, Geschöpfen mit Tierkörpern und Menschenköpfen, in bunter Fülle bedeckt ist. Zwei andere Tücher sind noch im Schloßmuseum in Berlin zur Ausbesserung. Werden auch sie hier Aufstellung gefunden haben, so werden hier Arbeiten aus dem niedersächsischen Raum vereinigt sein, die es an Bedeutung und Wichtigkeit mit allen anderen aufnehmen können.
Durch den Tod des Museumsarbeiters Ziegler ist eine bedeutende Lücke in unsere Museumsarbeit gerissen. Uns fehlt die geschickte und immer bereite Hand mehr als wir sagen können. So manche Urne, aus der Erde geborgen, aber wie immer in Stücken oder doch sehr schadhaft, wartet darauf, wiederhergestellt zu werden. Wir werden aber auch auf diesem Gebiet einen Ausgleich suchen und finden. '
Zu der niemals abreißenden Arbeit unseres Museums gehören die Fahrten nach erfolgter Fundmeldung. Der Fundbericht gibt Einblick, was hier auch in den letzten zwei Jahren geschehen ist. Gerade an dieser Stelle soll die alte, immer von neuem ausgesprochene Bitte nicht fehlen: Gebt Meldungen von eueren Funden. Es ist für den Laien einfach unmöglich zu beurteilen, ob es sich dabei um Wichtiges oder Unwichtiges handelt. Dafür sind wir da, und wir werden nicht müde werden zu kommen, auch wenn es eben ein oder das anderemal Unwichtiges sein sollte. Von Kuhbier erhielten wir zwei Scherbenstücke und sie wurden der Anlaß, daß einer unserer wichtigsten Friedhöfe ausgegraben werden konnte, von Döllen kam die Nachricht von durch Tiefpflug zerstörten Urnen und die Gefäße in unserem Museumsschrank gehören zu den