7„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein... wir alle wollen wissen, woher wir kommen.“ Dieser von Stephen Hawking so beschriebenen Frage näherte sich Prof. Dr. Peter Hägele, Universität Ulm, in ei‚em Ende Januar dieses Jahres an der Uni Potsdam gehaltenen Vortrag mit dem Titel ‚Vom Anfang der Welt- Ein Physiker redet von Gott. Schöpfung und Urknall“. Mnitiiert hatten die Veranstaltung die christlichen Studentenkreise Potsdam in Zusammenarbeit mit der Studentenmission Deutschland.
Vor überfülltem Hörsaal ging der Physikofessor vor allem auf das Standardmodell on einem sich ausdehnenden Weltall ein, s von den meisten Wissenschaftlern akptiert ist und die Entstehung des Weltalls, des Sonnensystems und der Erde ausgehend von einer Anfangssingularität(Urknall) zu erklären versucht. Das Modell wird unter anderem durch die sogenannte Rotverschiebung der Spektrallinien bestätigt, ein Doppler-Effekt, der zeigt, daß sich die anderen
Nachgefragt bei Peter Hägele
Wieso halten Sie Vorträge über Urknall und Schöpfung?
Mit meinen Vorträgen möchte ich demjenigen Steine aus dem Weg räumen, der glaubt, er könne aufgrund naturwissenschaftlicher Behauptungen nicht an Gott glauben. Da sich der Gott der Bibel in der Natur offenbart, bin ich überzeugt, daß es dort keine Widersprüche gibt. Was bedeutet für Sie die Naturwissenschaft?
Es ist die interessanteste Wissenschaft, in der wir immer wieder neue ErkenntNisse über die Natur erlangen. Als Christ erkenne ich hier die Zuverlässigkeit und Genialität des Schöpfers. Die NaturwisSenschaft reizt zu Fragen, die sie nicht beantworten kann, wie zum Beispiel die Herkunft und Konstanz der NaturgesetZe. Sie antwortet aber nur auf die Fragen Nach dem ‚Wie?“, nicht nach dem ‚WarUm?“ und kann deshalb nie eine WeltanSchauung sein.
Wie können Sie Glaube und NaturwisSenschaft miteinander vereinbaren? Der Glaube, nicht als unsicheres Wissen, Sondern als Lebensfundament verstanden, ist das Umfassende, und auf dieser Crundlage betreibe ich NaturwissenSchaft. Sie sagt mir, wie die Welt funktioMert, der Glaube sagt mir, wer Gott ist Und was er mit der Welt vorhat. T.W.
EIN PHYSIKER REDETE VON GOTT
Zwischen christlichem Glauben und Naturwissenschaft
Galaxien von uns weg bewegen. Durch sie läßt sich auch die Häufigkeit der leichten Elemente verstehen. Ein weiterer Punkt für diese Theorie ist die Tatsache, daß andere naturwissenschaftliche Theorien immer nur Teile des Standardmodells erklären können. Allerdings läßt das Modell einige Fragen offen. Es klärt nicht die Frage nach Herkunft und Konstanz der Naturgesetze, nimmt aber an, daß ihre Geltung universal und das Weltall homogen und isotop ist. Auch die Frage: ‚Was war vor dem Urknall?“ bleibt offen. War es die Nichtexistenz von Raum und Zeit, entstand es aus einem Quantenvakuum, und woher kamen die Energie und die Materie? Wie kommt es zu dieser konstanten und genauen Feinabstimmung zwischen der Ausdehnungskraft und der Anziehungskraft, ohne die kein Leben entstehen kann? War da ein Designer am Werk? Auf diese Frage, die aufgrund der Unklarheiten selbst von atheistischen Physikern gestellt wird, ging Professor Hägele im zweiten Teil des Abends ein. Gott als Schöpfer der Welt widerspreche der Naturwissenschaft in keiner Weise, seine Exi
AS| ET
„Die Welt, mein Sohn, ist ein großer Kasten voller Wasser.” Zeichnung: zg.
stenz lasse sich allerdings nicht naturwissenschaftlich beweisen, dazu müsse man sich an die Bibel wenden. In der Diskussion wurden der christliche Glaube und die Naturwissenschaft in Frage gestellt und verglichen. Als Fazit bleibt möglicherweise der Ausspruch Werner Heysenbergs:„Glaube heißt nicht, dieses oder jenes für wahr zu halten, sondern Glaube heißt immer: Dazu entschließe ich mich, darauf stelle ich meine Existenz, dem Wissen und der Kenntnis voraus.“
Tina Weitzmann
FREUNDESKREIS FÜR BOTANISCHEN GARTEN
„6600 il“ ei Soeben zusammengeschlossen hat sich der Freundeskreis des Botanischen Gartens der Universität Potsdam. Zu dessen Gründungsmitgliedern gehört unter anderem auch Ingrid Stolpe, die Gattin des brandenburgischen Ministerpräsidenten. Ihr obliegt zugleich die Schirmherrschaft des Vereins. Dessen erster Vorsitzender ist nunmehr Dr. Manfred Neubauer, ehemaliger Mitarbeiter der Potsdamer Hochschule. Der allen Interessenten offenstehende Freundeskreis des Botanischen Gartens will sich in Zukunft insbesondere an die engagierten, naturbewußten Bürger der Stadt wenden.
an A
m —
Seine Ziele bestehen darin, den weiteren Ausbau der Einrichtung materiell zu fördern oder auch die Öffentlichkeit für Themen der Botanik und des Artenschutzes durch einzelne Veranstaltungen wie Vorträge, Führungen und Exkursionen zu interessieren. Geweckt werden sollen zudem die Freude an gärtnerischer Gestaltung und die Liebe zur Pflanzenwelt. In einer ersten Veranstaltung des Freundeskreises Anfang Mai dieses Jahres stellt Garten-Direktor Prof. Dr. Klaus Klopfer die auf dem Gelände befindlichen Freilandanlagen und Gewächshäuser vor. PS./Foto: Fritze
PUTZ 3/98
Seite 13