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(1.1.2019) 03
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7Der Mensch lebt nicht vom Brot allein... wir alle wollen wissen, woher wir kom­men. Dieser von Stephen Hawking so beschriebenen Frage näherte sich Prof. Dr. Peter Hägele, Universität Ulm, in ei­‚em Ende Januar dieses Jahres an der Uni Potsdam gehaltenen Vortrag mit dem Ti­tel ‚Vom Anfang der Welt- Ein Physiker redet von Gott. Schöpfung und Urknall. Mnitiiert hatten die Veranstaltung die christlichen Studentenkreise Potsdam in Zusammenarbeit mit der Studentenmis­sion Deutschland.

Vor überfülltem Hörsaal ging der Physik­ofessor vor allem auf das Standardmodell on einem sich ausdehnenden Weltall ein, s von den meisten Wissenschaftlern ak­ptiert ist und die Entstehung des Weltalls, des Sonnensystems und der Erde ausge­hend von einer Anfangssingularität(Urknall) zu erklären versucht. Das Modell wird unter anderem durch die sogenannte Rotverschie­bung der Spektrallinien bestätigt, ein Dopp­ler-Effekt, der zeigt, daß sich die anderen

Nachgefragt bei Peter Hägele

Wieso halten Sie Vorträge über Urknall und Schöpfung?

Mit meinen Vorträgen möchte ich dem­jenigen Steine aus dem Weg räumen, der glaubt, er könne aufgrund naturwis­senschaftlicher Behauptungen nicht an Gott glauben. Da sich der Gott der Bibel in der Natur offenbart, bin ich überzeugt, daß es dort keine Widersprüche gibt. Was bedeutet für Sie die Naturwissen­schaft?

Es ist die interessanteste Wissenschaft, in der wir immer wieder neue Erkennt­Nisse über die Natur erlangen. Als Christ erkenne ich hier die Zuverlässigkeit und Genialität des Schöpfers. Die Naturwis­Senschaft reizt zu Fragen, die sie nicht beantworten kann, wie zum Beispiel die Herkunft und Konstanz der Naturgeset­Ze. Sie antwortet aber nur auf die Fragen Nach dem ‚Wie?, nicht nach dem ‚War­Um? und kann deshalb nie eine Weltan­Schauung sein.

Wie können Sie Glaube und Naturwis­Senschaft miteinander vereinbaren? Der Glaube, nicht als unsicheres Wissen, Sondern als Lebensfundament verstan­den, ist das Umfassende, und auf dieser Crundlage betreibe ich Naturwissen­Schaft. Sie sagt mir, wie die Welt funktio­Mert, der Glaube sagt mir, wer Gott ist Und was er mit der Welt vorhat. T.W.

EIN PHYSIKER REDETE VON GOTT

Zwischen christlichem Glauben und Naturwissenschaft

Galaxien von uns weg bewegen. Durch sie läßt sich auch die Häufigkeit der leichten Elemente verstehen. Ein weiterer Punkt für diese Theorie ist die Tatsache, daß andere naturwissenschaftliche Theorien immer nur Teile des Standardmodells erklären können. Allerdings läßt das Modell einige Fragen offen. Es klärt nicht die Frage nach Herkunft und Konstanz der Naturgesetze, nimmt aber an, daß ihre Geltung universal und das Weltall homogen und isotop ist. Auch die Frage: ‚Was war vor dem Urknall? bleibt offen. War es die Nichtexistenz von Raum und Zeit, entstand es aus einem Quanten­vakuum, und woher kamen die Energie und die Materie? Wie kommt es zu dieser kon­stanten und genauen Feinabstimmung zwi­schen der Ausdehnungskraft und der An­ziehungskraft, ohne die kein Leben entste­hen kann? War da ein Designer am Werk? Auf diese Frage, die aufgrund der Unklar­heiten selbst von atheistischen Physikern gestellt wird, ging Professor Hägele im zweiten Teil des Abends ein. Gott als Schöpfer der Welt widerspreche der Natur­wissenschaft in keiner Weise, seine Exi­

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Die Welt, mein Sohn, ist ein großer Kasten voller Wasser. Zeichnung: zg.

stenz lasse sich allerdings nicht naturwis­senschaftlich beweisen, dazu müsse man sich an die Bibel wenden. In der Diskussion wurden der christliche Glaube und die Naturwissenschaft in Frage gestellt und verglichen. Als Fazit bleibt möglicherweise der Ausspruch Werner Heysenbergs:Glaube heißt nicht, dieses oder jenes für wahr zu halten, sondern Glaube heißt immer: Dazu entschließe ich mich, darauf stelle ich meine Existenz, dem Wissen und der Kenntnis voraus.

Tina Weitzmann

FREUNDESKREIS FÜR BOTANISCHEN GARTEN

6600 il ei Soeben zusammengeschlossen hat sich der Freundeskreis des Botanischen Gartens der Universität Potsdam. Zu dessen Gründungsmit­gliedern gehört unter anderem auch Ingrid Stol­pe, die Gattin des brandenburgischen Minister­präsidenten. Ihr obliegt zugleich die Schirm­herrschaft des Vereins. Dessen erster Vorsit­zender ist nunmehr Dr. Manfred Neubauer, ehemaliger Mitarbeiter der Potsdamer Hoch­schule. Der allen Interessenten offenstehende Freundeskreis des Botanischen Gartens will sich in Zukunft insbesondere an die engagier­ten, naturbewußten Bürger der Stadt wenden.

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Seine Ziele bestehen darin, den weiteren Aus­bau der Einrichtung materiell zu fördern oder auch die Öffentlichkeit für Themen der Botanik und des Artenschutzes durch einzelne Veran­staltungen wie Vorträge, Führungen und Exkur­sionen zu interessieren. Geweckt werden sollen zudem die Freude an gärtnerischer Gestaltung und die Liebe zur Pflanzenwelt. In einer ersten Veranstaltung des Freundeskreises Anfang Mai dieses Jahres stellt Garten-Direktor Prof. Dr. Klaus Klopfer die auf dem Gelände befindlichen Freilandanlagen und Gewächshäuser vor. PS./Foto: Fritze

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