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(1.1.2019) 03
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> eigene Kontexte übertragen. Canze Re­pertoires internationaler Rockkultur wurden nachgespielt, neue Auftrittsorte wurden in Rostock, Leipzig, Halle und andernorts ent­deckt. Schließlich folgte ein Fernsehauftritt und eine Titelplacierung. Dafür waren lan­ge Haare zu opfern und Bärte einzufärben, erinnert sich Büsser mit lachendem und distanziertem Blick zugleich. Büsser war inzwischen Musiklehrer in Pots­dam und unterrichtete in den Klassen 5 bis 10. Nebenbei gab es Engagements in nam­haften Bands u.a.Winni II.

Die Verbindung von Theorie und Praxis im musikkünstlerischen Tun sieht Büsser als Erfolgsstrategie seiner Arbeit. 1980 wurde er künstlerischer Mitarbeiter an der Päd­agogischen Hochschule Potsdam, er unter­ichtet Musiktheorie, Schulpraktisches Musizieren und Gehörbildung. Zwischendurch gab es Auftritte mit ver­schiedenen Jazzmusikern, zudem arbeitete Büsser als Studiomusiker, spielte Film­musiken ein und ging mit Frank Schöbel undetc. auf Tour. Später brachte er sein versiertes Baß-Spiel beiProlog ein. Büsser blieb im Beruf, seine Studenten par­izıpleren gleichermaßen vom musikali­schen Können wie vom künstlerischen Er­ahrungspotential ihres Lehrers.

Nach 1989 fanden sich die Big Beat Boys wieder zusammen und hielten an den Wur­zeln des klassischen Rock fest. Fr./Bü.

Türler-Cartoon­Wettbewerb 1998

Die einen sehen in ihm die anregendste und spannendste Art, ihr karges Semester­budget aufzustocken, die anderen eine Chance, ihr Talent einer breiteren Öffent­ichkeit kundzutun: Der Türler-Cartoon­Wettbewerb ist seit seinem Start 1994 unter Berliner und Potsdamer Hochschülern zu einer beliebten Tradition geworden. Er wird jährlich bis zum Jahr 2000 ausgeschrieben. Ergebnis soll eine Berlin-Dokumentation mit Biß sein.

Die Ausschreibungsfrist endet in diesem Jahr am 10. Juni(Einsendeschluß). Das The­ma lautet wiederBerliner Zeitzeich(n)en Berlin im Wandel der Zeit. Teilnehmen kön­nen immatrikulierte Studentinnen und Stu­denten aller Fachrichtungen der Berliner und Potsdamer Universitäten und Hoch­Schulen. Weitere Voraussetzungen: eine flinkeFeder und viel Sinn für Humor. Auf die drei Hauptgewinner, die von einer kom­petenten Jury ausgewählt werden, warten wertvolle Geldpreise in Höhe von 6000,-, 4000,- und 2000,- DM in bar. Jung-Cartoonisten der Universität Potsdam steht Prof. Dr. Meike Aissen-Crewett, Institut für Grundschulpädagogik, Tel. 0331/977­2449, als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Sie wird auch in der Jury mitarbeiten. zg.

English Drama Group mit neuem Programm:

Spielte die Hauptrolle inBaby Love: die Studentin Kerstin Arndt.

Vorhang auf. England, Anfang der 70er Jah­re in einem kleinen Industriestädtchen in der Nähe von Yorkshire. Eine Wohnung im Arbeiterviertel. Man vernimmt die schmerz­vollen Schreie der jungen Eileen Millet. Sie liegt in den Wehen. Die zwanzigjährige jun­ge Frau scheint vom Schicksal verfolgt: Ih­ren pakistanischen Freund Shahid Daz ak­zeptieren weder Familie noch Mitmen­schen, obendrein gebärt sie einen toten Säugling. In ihrer Verzweiflung sieht sie bald keinen anderen Ausweg als den der Entführung eines anderen Kindes. Die lin­ke Bühnenseite, die Wohnung Eileens, is hell erleuchtet. Entgeistert kehrt sie mit dem fremden Baby nach Hause zurück, das sie als ihr Eigen ansieht. Schwenk nach rechts. Auf der anderen Bühnenhälfte die Kehrseite der Medaille: Die Mutter des ge­stohlenen Kindes in einem imaginären Fernsehinterview. Durch die sich abwechselnde Beleuch­tung von linker und rechter Bühnenseite gelingt eine rasche Schnittfolge, typisch für die heutigen schnellebigen Zeiten. Nein, dieser Trick verwirrt nicht, sondern ist ganz nach dem Geschmack der Zu­

UN©>* Foto: Lomsky

schauer und macht hungrig auf den näch­sten Schwenk. Bitte schön, zurück auf die linke Seite zu Eileen. Im Fernsehen ver­folgt sie das Interview mitihrem Baby auf dem Arm, sie lacht spöttisch. Bisher war nur von einem Baby die Rede, wo bleibt die Liebe? Keineswegs auf der Strecke, wie man bei genauer Beobachtung des rechten Bühnenflügels erfährt. Da sitzt Shahid zum Verhör auf der Polizeiwache, besorgt um das Verschwinden seiner Freundin. Der Einzige, der zu Eileen hält. Doch hat die hilflose Eileen die Situation unterschätzt. Die Polizei ist ihr bereits auf den Fersen, und die Tragödie nimmt ihren Lauf. Sie wird entdeckt, verurteilt und für geistesgestört erklärt. Ein junges Leben, verloren in der geschlossenen Anstalt.

Der zeitgenössische Dramatiker David Ed­gar führt vor allem in den zornigen Äuße­rungen Eileens den damaligen britischen Wohlfahrtsstaat ad absurdum, wie Dr. Hiltrud Wedde aus dem Institut für Anglistik und Amerikanistik sowie Regisseurin des Dramas meint. Eine Moralmit doppeltem Boden ist offenbar ein zeitloses gesell­schaftliches Phänomen. Andre Lomsky

1, 2, 3, 4, FÜNF... Jubiläum bei UNIDRAM

UNIDRAM, das Osteuropäisch-deutsche Theaterfestival für freies und universitäres Theater, feiert sein fünfähriges Bestehen. Vom 3. bis 9. Mai dieses Jahres sind zwölf Ensembles aus vier osteuropäischen Län­dern und fünf deutschen Städten sind für eine Woche zu Gast. Gespielt wird im Lindenpark, im Waldschloß in Potsdam und im Hans Otto Theater sowie auf der Freundschaftsinsel zu nächtlicher Stunde Open Air. DEGATER87, die gastgebende Potsdamer Theatergruppe, eröffnet tradi­tionell das Festival. Zusammen mit dem FORMALTHEATER aus St. Petersburg,

das bereits zu UNIDRAM96 nach Pots­dam gekommen war, entstand die Insze­nierungSchule der Dummen nach dem gleichnamigen Roman des russischen Ro­manciers Sascha Sokolow. Daneben werden einige hochkarätige Gruppen zu sehen sein, unter anderem eine der bedeutendsten polnischen Avant­gardegruppen, AKADEMIA RUCHU aus Warschau, das ORPHTHEATER aus Berlin oder das THEATER DES LACHENS aus Frankfurt/Oder. Im letzten Jahr kamen für die zu kleinen Fortsetzung nächste Seite

PUTZ 3/98

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