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Räumlichkeiten zu viele Zuschauer. ManChe Vorstellungen mußten deshalb zweimal gezeigt werden.
Das Figurentheater Wilde und Vogel, Stuttgart, tritt bei UNI-DRAM ’98 mit dem Stück„Exil. Eine Hamletfantasie“ auf.
Da dem Festival vor allem der Ruf einer begeisternden Arbeitsatmosphäre vorauseilt, die sich auf alle Besucher überträgt, ist es angeraten, sich frühstmöglich Karten zu besorgen. Kartenbestellungen sind telefonisch unter 03311/719139 möglich. Gerade im Jubiläumsjahr ist zu vermuten, daß selbst ein noch so abwechslungreiches und langes Rund-um-die-Uhr-Programm aus Vorstellungen, Performances, Workshops, Diskussionsrunden, Konzerten und dem Theater-Nacht-Cafe mit Klaviermusik nicht allen, die mitfeiern wollen, Einlaß verspricht. Miranda
Foto: Wilde
BILDER ALS QUELLEN DER ERZIEHUNGSGESCHICHTE
Es gibt kaum Elemente des Alltagslebens, in denen Bilder, Fotos oder Filme heute nicht in großem Facettenreichtum vorkommen. Sie gehören zweifellos zu den verbreitetsten Ausdrucksmitteln, wirken aber auch ihrerseits gezielt oder unbeabsichtigt auf den Betrachter zurück. Als Quellen historischer Forschungen werden visuelle Darstellungen jedoch nicht so stark herangezogen, wie man denken könnte. Die Herausgeber des Buches„Bilder als Quellen der Erziehungsgeschichte“ bedauern insofern auch die eher stiefmütterliche Behandlung von Bildern in ihrem Fache. Nach wie vor wird sich in der erziehungshistorischen Forschung beinahe ausnahmslos auf textliche Quellen gestützt und dem reichlich überlieferten Bildmaterial selten mehr als eine bloß illustrative Bedeutung zugewiesen. Dies nahm die Historische Kommission der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft zum Anlaß, um mit ihrer Jahrestagung 1995 auf ein noch weitgehend offenes Forschungsfeld aufmerksam zu machen. Die Ergebnisse der Tagung liegen nun vor. Herausgeber der Dokumentation sind die Mitarbeiter des Instituts für Pädagogik der Universität Potsdam Prof. Dr. Hanno Schmitt, Jörg-W. Link und Dr. Frank Tosch.
Es gelingt den Autoren des Bandes, der Leserin und dem Leser den hohen Informationsgehalt und vor allem eigenen Wert visueller Quellen vor Augen zu führen. Die 18 Beiträge decken einen zeitlich wie thematisch verhältnismäßig breiten und vielfältigen Raum ab, der pädagogisch relevante Bildquellen seit der Frühen Neuzeit aufgreift. Von der Aufklärungspädagogik bis zur DDRSchule und vom Schulwandbild bis zu den Illustrationen in historischen Fibeln reicht
das Spektrum der Beiträge:„Daniel Nicolaus Chodowiecki als Illustrator der Aufklärungspädagogik“, ‚Verbundene Bilder: Das Tableau in den Erziehungsvorstellungen des 18. Jahrhunderts“,„Bilder vom Lesen- Bilder für Leser in Volksaufklärung und Publizistik des 18. und frühen 19. Jahrhunderts“,„Das Fotoarchiv des Hamburger Schulmuseums zur Dokumentation der Reformpädagogik im Hamburg der Weimarer Republik“,„KinderSchule— ZukunftsSchule. Eine Bremer Versuchsschule in ihren Bildern“,„Bildliche Darstellungen zum Thema Reformpädagogik, Geschlechterverhältnis und Koedukation“,„Schulwand
Johann Peter Hasenclever: Jobs als Schulmeister(1844)
bilder als Quellen schul- und bildungshistorischer Forschung“,„Das Wandbild als Mittel der Verstandes- und Gesinnungsbildung im Volksschulunterricht des Kaiserreichs“, „Der Schutzengel- ein pädagogisches Mißverständnis...“,„Zur Bedeutung der Emblematik für die Historische Pädagogik“,„Das Kind in der Karikatur“,„Mädchen und Jungen, Lehrerinnen und Lehrer auf Schulfotografen 1928 bis 1961...“,„Die DDR-Schule in den achtziger Jahren im Spiegel eines Fotosatzes“,„Der Blick des Fotografen...“, „Reflexionen über die Dichte der überlieferten bildiichen Darstellungen von Erziehung und Unterricht am Beispiel Österreich“,„Bilder als Quellen bildungshistorischer Forschung in der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung...“.
Eröffnet wird der Band mit zwei Einführungen in die methodischen Grundlagen der Bildkunde, die die verschiedenen Fragestellungen beleuchten und die Möglichkeiten historisch angemessener ErkenntnisgeWinnung durch Bilder kritisch reflektieren:„Historische Erkenntnis durch Bilder? Zur Methode und Praxis der Historischen Bildkunde‘ und„Jobs als Schulmeister. Pfage der Interpretation und Quellenwert‘, Dabei führt Heike Talkenberger auf 13 Seiten immerhin in sechs verschiedene Methoden der Bildinterpretation ein, wobei es Nicht immer ganz leicht ist, bei den sich mitunter ähnelnden Ansätzen den Überblick zu bewahren. Jedoch gehen die Einzelbeiträge dann auch jeweils ausführlich auf ihte methodische Herangehensweise ein, und das rasche Eintauchen in die„Bildgerwelten“ vergangener Tage wird zu einer besonderen Stärke des Buches. Die exemplarischen und nicht zuletzt>»
Abb.: Repro
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PUTZ 3/98